In Italien nachgewiesen - Das sagt ein Infektiologe zur Schweizer Coronavirus-Mutation

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In Italien nachgewiesenDas sagt ein Infektiologe zur Schweizer Coronavirus-Mutation

Italienische Forscher haben in Turin erstmals eine Coronavirus-Mutation nachgewiesen, die aus der Schweiz stammen soll. Sie ist ähnlich ansteckend wie die britische.

von
Reto Heimann
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In einem italienischen Labor wurde eine «Schweizer Variante» des Corona-Virus entdeckt. (Symbolbild)

In einem italienischen Labor wurde eine «Schweizer Variante» des Corona-Virus entdeckt. (Symbolbild)

20min/Taddeo Cerletti
Nachgewiesen wurde die Mutation bei einem 57-Jährigen in einem Labor in der Nähe von Turin.

Nachgewiesen wurde die Mutation bei einem 57-Jährigen in einem Labor in der Nähe von Turin.

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Sie soll ähnlich ansteckend sein wie die britische Mutation. (Symbolbild)

Sie soll ähnlich ansteckend sein wie die britische Mutation. (Symbolbild)

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts

  • In einem italienischen Labor wurde eine Corona-Mutation nachgewiesen.

  • Die italienischen Forscher nennen sie «Schweizer Variante». Ihre wissenschaftliche Bezeichnung ist B.1.1.39.

  • «Sie ist vermutlich nicht gefährlicher als die britische Variante», sagt ein Schweizer Infektiologe.

Am Samstag kam die Meldung, dass die indische Coronavirus-Mutation seit Ende März in der Schweiz sei. Am Sonntag folgt nun der nächste Aufreger: Erstmals wurde eine eigenständige Schweizer Coronavirus-Variante nachgewiesen. Das berichtet die italienische Zeitung «La Stampa».

Entdeckt wurde die Variante von Forschern des Labors des Candiolo Cancer Instiute im italienischen Turin. Die neuartige Variante wurde bei einem 57-jährigen Mann nachgewiesen, der in der Region Turin lebt. Warum aber wurde die Mutation «Schweizer Variante» getauft?

Das liege daran, dass die entsprechende Mutation B. 1.1.39 in der Schweiz am meisten nachgewiesen werde, wie Andrea Sottile, Generaldirektor des Istituto di Candiolo gegenüber dem «Blick» ausführt. Tatsächlich wurde die Mutation B. 1.1.39 schon 1132 Male nachgewiesen – deutlich mehr als irgendwo sonst auf der Welt.

«Wie die englische hochansteckend»

Der Schweizer Infektiologe Christian Garzoni gibt Entwarnung. «Ich denke, dass es sich bei der Schweizer Mutation um eine der vielen Mutationen handelt, die beschrieben wurden», sagt Garzoni auf Anfrage von 20 Minuten. «Sie ist vermutlich nicht gefährlicher als die englische Variante und ist über unsere Impfungen gedeckt», so Garzoni weiter. Garzoni ist Gesundheitsdirektor an der Clinica Luganese im Tessin.

Allerdings gilt auch: «Die Schweizer Variante ist wie die englische hochansteckend», wie die italienischen Forscher schreiben. Auch sie gehen davon aus, dass B.1.1.39 gut mit den zugelassenen Impfungen bekämpfbar ist. Das Gleiche ist auch auf der offiziellen Regierungsseite des Piemonts, dessen Hauptstad Turin ist, zu lesen.

Diese von den Forschern als «Schweizer Variante» bezeichnete Mutation ist die vierte, die innerhalb des Piemonts nachgewiesen wird – nach der britischen, südafrikanischen und brasilianischen. «Wir behalten die Virusmutation im Auge», so Luigi Icardi, der regionale Gesundheitsdirektor des Piemonts.

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