Nach Filialschliessungen: Nun streicht die UBS auch die Abfallkübel
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Nach FilialschliessungenNun streicht die UBS auch die Abfallkübel

Die UBS-Mitarbeitenden müssen ihren Papierkorb am Arbeitsplatz abgeben. Neu gibt es einzelne Container. Ist das Teil eines neuen Sparprogramms?

von
Fabian Pöschl
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Die UBS nimmt ihren Mitarbeitenden den Abfallkübel am Arbeitsplatz weg.

Die UBS nimmt ihren Mitarbeitenden den Abfallkübel am Arbeitsplatz weg.

20min/Sonja Mulitze
Neu gibt es auf jedem Stockwerk einen Container für den Abfall.

Neu gibt es auf jedem Stockwerk einen Container für den Abfall.

REUTERS
Das ist eine ökologische Massnahme, wie eine UBS-Sprecherin zu 20 Minuten sagt.

Das ist eine ökologische Massnahme, wie eine UBS-Sprecherin zu 20 Minuten sagt.

UBS 

Darum gehts

  • Die UBS entzieht ihren Angestellten den Kübel am Arbeitsplatz.

  • Künftig müssen sie den Abfall zentral entsorgen.

  • Der Entscheid sei keine Sparmassnahme, sondern eine ökologische Überlegung.

Die UBS ist auf Sparkurs. Diese Woche gab die Schweizer Grossbank bekannt, dass sie jede sechste Filiale in der Schweiz schliesst. Zu Entlassungen soll es allerdings nicht kommen. Nun nimmt die Bank ihren Angestellten aber den Kübel am Arbeitsplatz weg. Der Abfall wird neu in einzelnen, zentralen Containern entsorgt, wie das Finanzportal «Inside Paradeplatz» schreibt.

Einige Mitarbeitende haben den Eindruck, dass die Bank die Kosten um jeden Preis senken wolle, wie es in dem Bericht heisst. So müssten sie nun auch in immer mehr UBS-Gebäuden für den Kaffee bezahlen, den sie zuvor kostenlos bekommen hätten.

UBS will grüner sein

Doch der Eindruck täuscht, wie es auf Anfrage heisst. Der Entzug des persönlichen Kübels habe nichts mit dem Kosten zu tun, sondern rein mit ökologischen Überlegungen, sagt eine UBS-Sprecherin zu 20 Minuten. Die Bank habe schon im vergangenen Jahr entschieden, an zentralen Standorten Recyclingstationen einzuführen, um die Abfallmenge zu reduzieren und den Abfall richtig rezyklieren zu können.

Zudem stelle die UBS ihren Angestellten grundsätzlich kostenlos Kaffee zur Verfügung. Es gebe zwar vereinzelt Abteilungen, wo das nicht der Fall sei, doch dieser Ansatz werde seit über sechs Jahren so im Betrieb gehandhabt.

Sparprogramm bei der UBS

Die UBS betreibt in der Schweiz knapp 240 Filialen. In wenigen Monaten sollen 44 davon quer über die Schweiz ihre Pforten schliessen. Rund 150 Mitarbeiter sind davon betroffen. Während der Corona-Krise sind allerdings keine Entlassungen geplant, die Angestellten sollen in anderen Geschäftsstellen und Bereichen weiterbeschäftigt werden. Mit weniger Filialen will die UBS Kosten sparen. Diese sollen in Zukunft in die Digitalisierung reinvestiert werden. Auch die Pandemie spielt eine Rolle. Nach Aussagen von UBS-Schweiz-Chef Axel Lehmann kommunizieren bereits zwei Drittel der Kunden digital mit der Bank.

CS strich den Gratis-Kaffee schon lange

Ein Blick zur Hauptkonkurrentin Credit Suisse (CS) zeigt, dass die Schweizer Banken durchaus beim Kaffee sparen: Die CS strich ihren Angestellten schon vor sieben Jahren den Gratis-Kaffee. Damit könnte die Bank geschätzt 2 Millionen Franken im Jahr einsparen.

Allerdings besteht auch die Gefahr, dass sie mit den Massnahmen viel ihrer Reputation bei den Mitarbeitern und Kunden aufs Spiel setzt. So war etwa auch der Wegfall der vergünstigten Parkplatztarife ein grosses Thema für die Belegschaft.

Dass es auch anders geht, beweist der Luxusuhren-Hersteller Rolex. Die Genfer Uhrenschmiede bietet ihren Mitarbeitern während der Corona-Krise dreigängige Mittagsmenüs im Büro an, wie es im Bericht weiter heisst.

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