Bis 2030 soll Schluss sein - Nun will sich auch Mercedes von Benzin und Diesel verabschieden
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Bis 2030 soll Schluss seinNun will sich auch Mercedes von Benzin und Diesel verabschieden

Mercedes setzt neu auf «Electric only» und plant das Aus der Verbrenner bis zum Ende des Jahrzehnts. Andere Hersteller drücken noch mehr aufs Tempo bei der E-Mobilität.

von
Fabian Pöschl
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Daimler hat einen Strategiewechsel bekanntgegeben.

Daimler hat einen Strategiewechsel bekanntgegeben.

AFP
Statt «Electric first» soll neu «Electric only» gelten.

Statt «Electric first» soll neu «Electric only» gelten.

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Ab 2025 will Daimler 50 Prozent der Neuverkäufe mit E-Autos erzielen. Bis zum Ende des Jahrzehnts könnte das Aus für den Verbrennungsmotor kommen.

Ab 2025 will Daimler 50 Prozent der Neuverkäufe mit E-Autos erzielen. Bis zum Ende des Jahrzehnts könnte das Aus für den Verbrennungsmotor kommen.

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Darum gehts

  • Daimler ändert seine Strategie von «Electric first» auf «Electric only».

  • Der Mercedes-Hersteller bereitet sich aufs Verbrennungsmotor-Aus vor.

  • Bis zum Ende des laufenden Jahrzehnts soll es soweit sein.

Im Ringen um die Vorherrschaft bei der E-Mobilität zieht Daimler nach: Der deutsche Autohersteller gab bei einem Investorentag am Donnerstag bekannt, dass er sich mit seiner PKW-Stammmarke Mercedes-Benz darauf vorbereitet, sich noch in diesem Jahrzehnt vom Verbrennungsmotor zu verabschieden.

«Der Wendepunkt rückt näher, und wir werden bereit sein, wenn die Märkte bis zum Ende des Jahrzehnts vollständig auf Elektroautos umstellen», sagte Ola Källenius, Vorstandschef von Daimler und Mercedes-Benz. Ob es dann tatsächlich keine Verbrenner mehr geben wird, will Daimler anhand der Nachfrage entscheiden.

Daimler setzt auf «Electric first»

Die Strategie ändert das Unternehmen nun von «Electric first» auf «Electric only». Schon im Jahr 2025 wollen die Schwaben rund 50 Prozent ihrer Neuverkäufe mit vollelektrischen oder Plug-in-Autos erzielen, das wären doppelt so viele wie bisher.

40 Milliarden Euro fürs E-Auto

Daimler plant Investitionen in Höhe von 40 Milliarden Euro für die «Electric only»-Strategie. Das Geld soll etwa für Akkus der nächsten Generation investiert werden. Nächstes Jahr will die Firma den Vision EQXX vorstellen, der mit einer Akkuladung über 1000 Kilometer schafft und dafür nur etwa halb so viel Strom braucht wie heute üblich. Daimler will zudem wie auch VW das Herzstück der Batterien fürs E-Auto, die Batteriezellen, selber produzieren. Dafür plant es den Bau von acht Gigafabriken mit Partnern weltweit mit einer Gesamtkapazität von mehr als 200 Gigawattstunden. Vier der Fabriken sollen in Europa stehen, drei in Asien und eine in den USA.

Der Auto-Papst Ferdinand Dudenhöffer sagt, die Strategieverschärfung von Daimler spiegele den «eindeutigen Trend» auf dem gesamten Automarkt wieder, «dass die Hersteller im vollelektrischen Auto das Fahrzeug der Zukunft sehen».

Politik macht Druck

Das habe vor allem damit zu tun, dass die Politik in den entscheidenden Absatzmärkten Europa, USA und China den von Verbrennern verursachten CO2-Ausstoss auf der Strasse stark minimieren möchte. Nicht nur Verbrenner stünden in wenigen Jahren vor dem Aus, auch Hybridautos hätten schon bald keine Zukunft mehr.

So sprach sich die EU-Kommission kürzlich für ein Verkaufsverbot von Neuwagen mit Verbrennungsmotor aus, das ab 2035 gelten soll. Norwegen plant den Ausstieg allerdings schon in vier Jahren, Grossbritannien will sich eine Frist bis zum Ende des Jahrzehnts geben.

Auch VW will bis 2030 mindestens 70 Prozent der Verkäufe mit Elektroautos generieren. Andere Marken sind allerdings schon konkreter und legen sich auf ein Ende der Verbrennungsmotoren fest. Wann die grossen Autohersteller aussteigen wollen, siehst du in der Bildstrecke oben.

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(dpa)

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