Der Mini kann neu auf ein Elektroauto umgerüstet werden
Benziner raus, E-Motor rein: Klassische Minis werden nun vom Werk auf Batterieantrieb umgebaut. 

Benziner raus, E-Motor rein: Klassische Minis werden nun vom Werk auf Batterieantrieb umgebaut.

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Mini RechargedNun wird auch der Ur-Mini zum Stromer

Die britische BMW-Tochter bietet für ihre historische Ikone eine Umrüstung auf Elektro an – offiziell vom Werk.

von
Dave Schneider

Als Sir Alec Issigonis in den 50er-Jahren den Mini erfand, hätte er dem Kleinwagen bestimmt einen Elektromotor verpasst, wenn die Batterietechnik schon damals reif dafür gewesen wäre. Schliesslich stand der Spargedanke schon damals hinter der Idee für den Winzling. Heute ist die Technik so weit, und weil Restomods gerade voll in sind, bietet Mini nun für ihr Ikönchen einen Umbau auf Elektro an – offiziell vom Werk.

160 Kilometer Reichweite

Mini Recharged heisst das Projekt, bei dem klassische Minis in moderne Elektroflitzer verwandelt werden. Dabei wird der Benzinmotor von einem modernen E-Motor ersetzt, der eine Dauerleistung von 90 kW erzeugen und den Winzling in rund neun Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen soll. Zur Grösse der Batterie macht der Hersteller keine Angaben, doch sie soll für eine Reichweite von 160 Kilometern reichen. Das ist nicht viel, genügt aber für einen gepflegten Oldtimer-Ausflug. Geladen wird nur mit Wechselstrom mit einer Leistung bis 6,6 kW. Eine neue Registrierung des Fahrzeugs wird nach der Umrüstung gemäss Hersteller übrigens nicht nötig.

Die ausgebauten Benzinmotoren werden gekennzeichnet und gelagert, damit sie im Falle einer Rückrüstung wiederverwendet werden können.  

Die ausgebauten Benzinmotoren werden gekennzeichnet und gelagert, damit sie im Falle einer Rückrüstung wiederverwendet werden können.

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Ein neues Instrument zeigt nach dem Umbau neben der Geschwindigkeit auch die Antriebstemperatur, die eingelegte Fahrstufe und die Restreichweite an.

Ein neues Instrument zeigt nach dem Umbau neben der Geschwindigkeit auch die Antriebstemperatur, die eingelegte Fahrstufe und die Restreichweite an.

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Die Umrüstung erfolgt ohne unwiderrufliche Veränderungen an der Substanz, sodass ein späterer Rückbau jederzeit möglich ist.

Die Umrüstung erfolgt ohne unwiderrufliche Veränderungen an der Substanz, sodass ein späterer Rückbau jederzeit möglich ist.

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«Was das Projektteam in Grossbritannien entwickelt hat, bewahrt den Charakter des Ur-Minis und ermöglicht seinen Fans vollelektrischen Fahrspass», ist Markenchef Bernd Körber begeistert. «Mit Mini Recharged verbinden wir die Vergangenheit mit der Zukunft der Marke.» Natürlich soll aber auch das historische Erbe gewahrt werden. Denn die Umrüstung erfolgt ohne unwiderrufliche Veränderungen an der Substanz, sodass ein späterer Rückbau jederzeit möglich ist. Deshalb kennzeichnet Mini auch jeden ausgebauten Benzinmotor und lagert ihn ein, damit er im Falle einer Rückrüstung wiederverwendet werden kann.

Längeres Fahrzeugleben

Für Mini passt dieses Projekt gut zur Zukunftsstrategie der Marke, weil es auch den Aspekt der Circular Economy umfasse. «Denn für dieses Projekt wird kein neues Fahrzeug produziert, sondern aus traditionsreichen Beständen der Fahrspass von morgen erschaffen.» Tatsächlich lässt sich mit Mini Recharged der Kreislauf eines Fahrzeuglebens verlängern, weil durch den Elektroumbau mancher Ur-Mini vor dem Aus bewahrt werden kann. Was der Spass kostet, wird nobel verschwiegen. Doch da die Umrüstungen ausschliesslich in Grossbritannien vorgenommen werden, wird es für Schweizer Kunden sicher nicht ganz günstig.

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