Nun wollen Deutsche die Porta Alpina bauen
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Nun wollen Deutsche die Porta Alpina bauen

Die Porta Alpina wird allen Widerständen zum Trotz gebaut. Der Förderverein ist davon überzeugt, weil Private in das Projekt investieren möchten. Schützenhilfe leistet die deutsche Wochenzeitung «Die Zeit».

Seit die Trägerschaft vor einer Woche mitteilte, sie wolle auf den Bau der Porta Alpina verzichten, sind beim Verein Visiun Porta Alpina drei Besucher vorstellig geworden. Sie wollen Investitionen in den Neat-Anschluss in 800 Meter Tiefe bei Sedrun GR am Oberalppass prüfen.

Dies bestätigte Marc Cathomen, Co-Präsident des Fördervereins, am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Da die Gespräche eben erst aufgenommen wurden, konnte Cathomen noch keine Namen nennen.

Doch versicherte er, allen dreien sei es sehr ernst. Sie verfügten über den notwendigen finanziellen Handlungsspielraum und stuften die Porta Alpina als ein dermassen «wegweisendes und visionäres Projekt» ein, dass sie es allen Widerständen zum Trotz verwirklichen wollten.

Zeit drängt

Der Verein sieht nun seine Aufgabe darin, die Interessenten zu informieren und zu dokumentieren, um sie in die Lage zu versetzen, ihre Pläne spruchreif zu machen. Allerdings bleibt dafür nur wenig Zeit, soll das Vorhaben nicht weitaus teurer werden als geplant.

Die budgetierten Kosten von 50 Millionen Franken können nur eingehalten werden, wenn der unterirdische Bahnhof für das Gotthardgebiet gleichzeitig mit dem Gotthardbasistunnel fertig wird. Um dies zu erreichen, müsste mit den Bauarbeiten bald begonnen werden.

Laut der renommierten deutschen Wochenzeitung «Die Zeit» wäre es jammerschade, würde die Chance vertan. «Was ist in die helvetischen Pioniergeister gefahren?», fragt sich das Blatt in seiner jüngsten Ausgabe und gibt zu bedenken, nur gut zwei Promille der Mittel für die Neat genügten «für eines der spektakulärsten Bauwerke der Erde».

Nicht teurer als Fussballer

«Auffälligere Ingenieurleistungen wird sich die Schweizer Industrie nie ausdenken können, schon gar nicht zu dem Preis», heisst es im Kommentar. «Kleinmut» habe die Regierenden erfasst.

Doch gebe es immer noch Grund zur Hoffnung: Vielleicht lasse sich für «ein solch publizitätsträchtiges Projekt» doch noch ein Betrag zusammenkratzen, «der sonst für einzelne Fussballspieler auf den Tisch gelegt wird».

(sda)

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