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SchweinegrippeNur 12 Prozent wollen sich impfen lassen

Impfen oder nicht impfen, das ist hier die Frage. Doch die Anzahl derer, die sich für die Schweinegrippe piksen lassen wollen, sinkt rapide.

Die Impfbereitschaft der Schweizer Bevölkerung hat offenbar unter der Diskussion um die Verteilung von Impfstoffen sowie deren Sicherheit gelitten. In einer im vergangenen November durchgeführten Umfrage haben 73 Prozent angegeben, sich nicht impfen lassen zu wollen, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag bekannt gab.

Das BAG hat vom 9. bis zum 14. November die dritte von insgesamt vier telefonischen Wiederholungsbefragungen durchgeführt. «Dies in der Zeit, als die ganze Impfgeschichte anstand», erklärte Daniel Koch, Leiter der BAG-Abteilung Übertragbare Krankheiten. Diese habe sicherlich Auswirkungen auf die Umfrageergebnisse gehabt. So gaben 73 Prozent der Befragten an, sich nicht Impfen lassen zu wollen. Im vergangenen August waren es noch 35 Prozent gewesen.

Zwölf Prozent wollen impfen

Nur gerade zwölf Prozent, 15 Prozent weniger als bei der letzten Befragung gaben an, sich impfen zu wollen. Die Verunsicherung in der Bevölkerung habe zugenommen, erklärt Koch das Ergebnis. So sei die Botschaft, dass der Impfstoff sicher sei, offenbar zu wenig angekommen.

Es handle sich nicht um eine experimentelle Impfung, sagte Virginie Masserey, Leiterin der BAG-Impfsektion. Bisher seien zwei Millionen Impfdosen verteilt worden. Laut dem Swissmedic-Monitoring wurden 200 Fälle von Nebenwirkungen gemeldet. Bei den meisten habe es sich um vorübergehendes Fieber und Kopfschmerzen gehandelt.

Gemäss Swissmedic betrafen 169 Meldungen Pandemrix, 25 Focetria und drei Celtura. 44 Meldungen seien als schwerwiegend und erwartet eingestuft worden, 40 davon betrafen allergische Reaktionen. Zwei der 44 Meldungen betrafen schwerwiegende Allgemeinreaktionen und zwei weitere neurologische Symptome wie Kribbelgefühle. 28 Meldungen wurden als schwerwiegend und unerwartet eingestuft. 15 davon wurden als nicht durch die Impfung verursacht beurteilt.

Fünf Todesfälle nach Impfungen

Zwei von 28 Meldungen betreffen einen intrauterinen Fruchttod - also ein Absterben des Fötus - nach Impfung mit Focetria. Swissmedic hat zudem die Untersuchung eines intrauterinen Fruchttodes abgeschlossen. Der kausale Zusammenhang mit der Impfung werde als unwahrscheinlich eingestuft. Swissmedic wurden zudem fünf Todesfälle nach der Impfung gemeldet. Ein Zusammenhang mit der Impfung könne in vier Fällen ausgeschlossen werden. Der fünfte gemeldete Todesfall betrifft einen über 80 Jahre alten Patienten. Diese Meldung wird zur Zeit noch weiter abgeklärt. (dapd)

Sieben Todesfälle

Die Schweinegrippe breitet sich weiter aus. Insgesamt sind bisher sieben Personen gestorben. Zu den bereits bekannten fünf Todesfällen kamen ein Kleinkind und eine 54-jährige Person hinzu. Beide seien bereits vor der Ansteckung mit der Schweinegrippe «sehr schwer krank» gewesen, betonte BAG- Experte Daniel Koch am Donnerstag.

In der vergangenen Woche suchten hochgerechnet rund 33 000 Personen wegen Grippesymptomen einen Arzt auf. Die Zahl der bestätigten Fälle von Schweinegrippe stieg um 2348 auf 8735. 17 Personen mussten in Spitalpflege gebracht werden, so dass mittlerweile insgesamt 176 Personen hospitalisiert worden sind. 40 Patienten benötigen Intensivpflege.

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