13.10.2020 09:33

Riskante UnterversorgungDarum ist Vitamin D gerade jetzt besonders wichtig

Ein gutes Immunsystem kann das Risiko, die Schwere und die Dauer einer Covid-19-Erkrankung positiv beeinflussen. Eine Expertin verrät, wie man dieses boostet.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Schweizer Experten fordern wegen des Coronavirus, dass der Bund zu Nahrungsergänzungsmitteln besser kommuniziert.

Schweizer Experten fordern wegen des Coronavirus, dass der Bund zu Nahrungsergänzungsmitteln besser kommuniziert.

Keystone
Dies, weil sich Schweizerinnen und Schweizer nicht an die empfohlene Nahrungsmittelpyramide halten.

Dies, weil sich Schweizerinnen und Schweizer nicht an die empfohlene Nahrungsmittelpyramide halten.

SGE
Grund für die Forderung: Die Infektions- und Sterberate sei zwei- bis viermal höher als in Ländern mit einem vergleichbaren sozioökonomischen Status, so die Fachleute.

Grund für die Forderung: Die Infektions- und Sterberate sei zwei- bis viermal höher als in Ländern mit einem vergleichbaren sozioökonomischen Status, so die Fachleute.

Keystone

Darum gehts

  • Die Schweizer Bevölkerung sei mit wichtigen Nährstoffen unterversorgt, berichten Forschende in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung.
  • Ein solcher Mangel schwächt das Immunsystem, wodurch das Risiko, die Schwere und die Dauer einer Covid-19-Erkrankung negativ beeinflusst wird.
  • Heike Bischoff-Ferrari, die an dem Positionspapier mitgewirkt hat, erklärt, wie sich eine Unterversorgung verhindern lässt.

Um die Immunsysteme der Schweizer ist es laut aktueller Daten nicht gut gestellt. Das zeigt ein Positionspapier von Forschenden und der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung. Grund dafür ist ein Mangel an Vitamin C und D, Omega-3-Fettsäuren, Selen sowie Zink – Nährstoffe, die für die optimale Funktion des Immunsystems notwendig sind. Hapert es daran, hat auch das Coronavirus leichtes Spiel. Die Unterversorgung könnte ein Grund dafür sein, dass die Infektions- und Sterberate in der Schweiz zwei- bis viermal höher sei als in Ländern mit einem vergleichbaren sozioökonomischen Status, so die Autoren.

Frau Bischoff-Ferrari*, wie lässt sich der Mangel ausgleichen?

Eine ausgewogene, gesunde Ernährung würde die Versorgung mit einem grossen Teil der Mikronährstoffe sicherstellen: ausreichend Früchte und Gemüse, gesunde Eiweiss-Quellen zu jedem Essen, etwa Hülsenfrüchte, Nüsse und Fisch. Einzig Vitamin D lässt sich nicht genug über das Essen aufnehmen, was punkto Covid-19 am problematischsten ist.

Warum?

Vitamin D reduzierte in 25 Behandlungsstudien das Risiko für Atemwegsinfektionen, vor allem bei Menschen mit Mangel. Bei einer ersten kleinen Studie mit 76 Covid-19-Patienten zeigte sich, dass von denen, die zur normalen Behandlung Vitamin D erhielten, nur zwei Prozent auf die Intensivstation mussten. In der Kontrollgruppe waren es 50 Prozent.

Woher bekommt der Körper Vitamin D?

Als Hauptquelle gilt die Sonne, die im Winter aber Mangelware ist. Es ist belegt, dass dann jeder Zweite einen Vitamin-D-Mangel hat. Deshalb sollte man Vitamin D gezielt zuführen.

Worauf muss man bei Vitamin-D-Präparaten achten?

Es kommt nur auf die Dosierung an. Erwachsene sollten täglich 800 IE zu sich nehmen.

Wie erkennt man einen Nährstoffmangel?

Leider gibt es nur bei schweren Mangelzuständen eindeutige klinische Zeichen. Oft sind es Symptome, die viele Ursachen haben können wie Müdigkeit und Schwäche. Bezüglich Vitamin C macht es deshalb mehr Sinn, die Ernährung zu prüfen: Schaffe ich es, täglich fünf Portionen Früchte oder Gemüse zu essen? Über alles andere geben Bluttests Auskunft.

Gibt es Menschen, die einen besonders hohen Bedarf an Nährstoffen haben?

Bezogen auf Vitamin D und Eiweiss sind dies ältere Menschen. Aber auch Raucher haben ein erhöhtes Risiko für Atemwegsinfekte und sollten sich besonders schützen oder gleich mit dem Rauchen aufhören. Auch übermässiger Alkoholkonsum schwächt das Immunsystem.

Sabina Bobst/Lunax

Heike Bischoff-Ferrari ist Mitautorin des Papiers und Direktorin der Klinik für Geriatrie am Unispital Zürich sowie Chefärztin der Universitären Klinik für Akutgeriatrie im Stadtspital Waid und Triemli.

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372 Kommentare
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K

14.10.2020, 15:28

Das sind gute Empfehlungen, ich stärke mein Immunsystem noch zusätzlich mit der Grippenimpfung. Alle Jahre wieder, seither bin ich seltener krank im Winter.

Wale

14.10.2020, 11:02

Wenn Mal die Sonne scheint, möglichst viele Kleider weg und die wärmenden Strahlen genießen und Vitamin D-Vorrat auffüllen.

Ettelra

14.10.2020, 10:57

Vitamin D3 ist nicht gleich ohne . Bitte klärt es über den Arzt ab . Er wird die richtige Dosis Verordnen und kontrollieren . Es kann zu Nierenversagen kommen , wenn man es zu hoch dosiert einnimmt .