Tierischer Fund : «Nur beim Einfangen hat das Krokodil gezappelt»
Aktualisiert

Tierischer Fund «Nur beim Einfangen hat das Krokodil gezappelt»

Annina D. hat in Rümlang auf einem Feld ein Krokodil entdeckt. Sie hat es eingefangen und ins Tierheim gebracht. Wem der Kaiman namens Julius gehört, ist unklar.

von
som
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Ein Kaiman, zur Ordnung der Krokodile gehörend, wurde in Rümlang auf der Strasse von einer Velofahrerin aufgefunden.

Ein Kaiman, zur Ordnung der Krokodile gehörend, wurde in Rümlang auf der Strasse von einer Velofahrerin aufgefunden.

Tierheim Pfötli
Finderin Annina D. hat davor noch nie ein Krokodil angefasst.

Finderin Annina D. hat davor noch nie ein Krokodil angefasst.

zvg
Trotzdem fing sie das Tier mit ihrem Vater zusammen beherzt ein. «Wir warfen eine Decke über das Krokodil und packten es in eine Kartonschachtel», erzählt D.

Trotzdem fing sie das Tier mit ihrem Vater zusammen beherzt ein. «Wir warfen eine Decke über das Krokodil und packten es in eine Kartonschachtel», erzählt D.

zvg

Annina D.* (23) war am Sonntagabend mit ihrem Velo in Rümlang unterwegs, als sie von zwei Portugiesen auf Englisch angesprochen wurde. Sie zeigten auf ein etwa 50 Zentimeter langes Reptil im Feld, dass nicht wie eine heimische Echse aussah: «Mir wurde schnell klar, dass es sich um ein Krokodil handeln muss.» Die Studentin für Humanmedizin kontaktierte ihren Vater und den Tierrettungs-Dienst – unter dessen Anleitungen fingen Vater und Tochter das Tier ein.

«Wir warfen eine Decke über das Krokodil und packten es in eine Kartonschachtel.» Obwohl die beiden noch nie ein Krokodil angefasst hatten, hatten sie keine Angst, sagt Annina D.: «Es hat sich nicht aggressiv verhalten und lag ruhig im Feld – nur beim Einfangen hat es etwas gezappelt.»

Krokodil in gutem gesundheitlichen Zustand

Sie brachten das Reptil ins Tierheim Pfötli. Dort stand schnell fest, dass es sich beim Findling tatsächlich um ein Krokodil handelt, vermutlich um einen Kaiman. Der Kaiman muss laut Mitteilung noch jung sein, er wiegt 286 Gramm und misst gerade einmal 49 Zentimeter, wobei der Schwanz mehr als die Hälfte ausmacht. Beim Eintritt sei er zudem noch auf seine gesundheitliche Verfassung untersucht worden: «Er ist zwar etwas mager, ansonsten geht es Julius, wie er von der Tierpflegerin genannt wurde, gut.»

Ausgewachsen werden Kaimane bis zu 1,5 bis 2 Meter lang, sagt Tierrettungsdienst-Sprecherin Robyn Hossli zu 20 Minuten: «Dann können sie für Menschen gefährlich werden.» Allerdings könne auch der kleine Julius mit seinen spitzen Zähnen schon zubeissen: «Das ist zwar unangenehm, aber keine ernsthafte Gefahr.» Die Velofahrerin habe aber sehr gut reagiert, als sie mit ihrem Vater Julius einfing. Hossli ist nicht bekannt, dass sich der Tierrettungs-Dienst jemals um ein gefundenes Krokodil kümmern musste.

Herkunft unklar

Wie der Kaiman draussen in Rümlang gelandet ist, ist unklar. Es gibt keine Hinweise, die auf eine Tieraussetzung deuten. Da solche Tiere meistens in Terrarien gehalten werden, ist es jedoch auch unwahrscheinlich, dass Julius ausgebrochen ist. Julius ist nicht gechipt, sein Besitzer konnte bisher nicht ausfindig gemacht werden.

Deshalb wird er nun in der Kantonalen Meldestelle für Findeltiere ausgeschrieben, wie es für alle Findeltiere gesetzlich vorgeschrieben ist. Kaimane kommen ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika, für die Haltung in der Schweiz braucht man eine Haltebewilligung. Deshalb steht die Stiftung Tierrettungs-Dienst auch in Kontakt mit dem Veterinäramt, so Hossli: «Sie werden ein Plätzchen für Julius suchen.»

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