Projekt Aare - Nur das Hochwasser konnte ihn aufhalten
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Projekt AareNur das Hochwasser konnte ihn aufhalten

Kevin Wälchli wollte die 288 km vom Ursprung der Aare bis zur Mündung in Koblenz abschwimmen. Zum Schluss zwang ihn das Hochwasser, Neopren gegen Laufschuhe zu tauschen.

von
Céline Meisel
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Kevin Wälchli wollte mit dem «Projekt Aare» die 288 km von der Quelle bis zur Mündung abschwimmen.

Kevin Wälchli wollte mit dem «Projekt Aare» die 288 km von der Quelle bis zur Mündung abschwimmen.

Instagram / Projekt Aare
Das Team aus Derendingen musste die letzten Etappen zu Fuss zurücklegen.

Das Team aus Derendingen musste die letzten Etappen zu Fuss zurücklegen.

Instagram / Projekt Aare
Dies, weil es wegen des Hochwassers zu gefährlich wurde.

Dies, weil es wegen des Hochwassers zu gefährlich wurde.

Instagram / Projekt Aare

Darum gehts

  • Kevin Wälchli wollte die Aare von der Quelle bis zur Mündung schwimmen, um Aufmerksamkeit für heimische Gewässer zu generieren.

  • Der Derendinger schwamm teilweise zehn Stunden bei acht Grad kaltem Wasser.

  • Wegen der Hochwassersituation musste das Team die letzten Etappen zu Fuss zurücklegen, und konnte am Samstag ins Ziel einlaufen.

  • Mit dem Projekt konnten Spendengelder für das Kinderhospiz in Bern gesammelt werden.

Kevin Wälchli ist 180 km in elf Tagen geschwommen. Bei Temperaturen zwischen acht und 16 Grad und das manchmal sogar für bis zu acht Stunden. Kraulen lernte er erst vor einem Jahr, seine längste vor dem Training geschwommene Strecke war ein Kilometer: «Deswegen hat das Ganze auch nicht so elegant ausgesehen», sagt er zu 20 Minuten.

Eigentlich hätten es 288 Kilometer sein sollen: die gesamte Länge der Aare von der Quelle im Brienzersee im Berner Oberland zur Mündung in Koblenz AG. Doch wegen der Hochwasserlage musste das Team, bestehend aus alten Schulkollegen und Mitgliedern seines Fussballclubs, nach elf Tagen umdisponieren. «Wir wollen die aktuelle Situation auf keinen Fall verharmlosen und dabei Dritte in Gefahr bringen. Zudem wäre es eine Farce, jetzt durch überschwemmte Gebiete zu schwimmen, in welchen die Bewohnerinnen und Bewohner mit den Folgen des Hochwassers zu kämpfen haben», schrieb Wälchlis Team in einem Instagram-Post.

«Wir haben so lange wie möglich versucht im Wasser zu bleiben. Weiterzuschwimmen wäre aber unverantwortlich gewesen», sagt Wälchli. Damit musste er lange hadern, denn ein Grossteil der Etappen war ja bereits geschafft. Verschieben war auch keine Option, denn für das Projekt waren die Ferien des Teams schon fix eingeplant. Und so liefen Wälchli und sein Team die letzten 80 km bis nach Koblenz, also jeden Tag einen Halbmarathon.

10’000 Franken für Kinderhospiz

Mit dem Projekt wollte das Team aus Deredingen SO nicht Aufmerksamkeit für sich, sondern für die Aare generieren: «Das Projekt heisst ja nicht ‹Kevin schwimmt die Aare runter› sondern bewusst nur ‹Projekt Aare›. Als Servicetechniker reist Wälchli viel – und sieht verschmutzte Seen, Flüsse oder Teiche, oft auch in Siedlungsgebieten. So kam die Idee – die den Menschen die Wertschätzung der sauberen Aare näherbringen sollte. Auch für einen wohltätigen Zweck wurde geschwommen: Durch Spenden konnten rund 10’000 Franken für das Kinderhospiz Allani in Bern gesammelt werden.

«Wie bei jedem Extremsport liegt die körperliche Leistung bei 40 Prozent, die mentale aber bei 60 Prozent», sagt Wälchli. Beim Schwimmen fiel das nochmal stärker ins Gewicht. Wälchli führte darum über die langen Strecken Selbstgespräche, probierte es mit Gedankenexperimenten. «Schwimmen ist einfach der langweiligste, monotonste Sport auf der Welt. Da war ich schon froh, dass man mich nicht hören konnte.» Trotzdem: «Projekt Aare» schweisste den 28-Jährigen und sein Team nochmal enger zusammen, denn: «Obwohl immer alles nass war, obwohl es oft kalt war, hatten wir nie die Nase voll.»

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