Nati-Gegner Slowenien: Nur der Torhüter ist absolute Weltklasse

Aktualisiert

Nati-Gegner SlowenienNur der Torhüter ist absolute Weltklasse

Mit einem Sieg gegen die Schweiz will sich Slowenien noch in die WM-Barrage kämpfen. Beim unspektakulären Team von Srecko Katanec steht der einzige Weltstar zwischen den Pfosten.

von
sco

Mit dem Selbstvertrauen von vier Siegen in Serie sind die Slowenen nach Bern gereist. Nach einem katastrophalen Fehlstart in die WM-Kampagne hat die Auswahl aus der früheren Teilrepublik Jugoslawiens plötzlich wieder Chancen auf die Barrage.

Der Aufschwung Sloweniens ist mit dem Namen Srecko Katanec verbunden. Der frühere Verteidiger des VfB Stuttgart und von Sampdoria Genua löste im letzten Winter den glücklosen Slavisa Stojanovic ab (4 Spiele, 1 Sieg). Seither gab es in fünf Spielen zwölf Punkte.

Der Schweizer Gegner von heute Abend:

Samir Handanovic (29, Inter Mailand/It)

Der Goalie von Inter Mailand fehlte im September 2012 verletzt, als die Schweiz zum Auftakt der WM-Qualifikation in Ljubljana 2:0 siegte. Er wurde damals vertreten durch seinen mässig talentierten Cousin Jasmin. In der «SportBild» nannte der Schweizer Nati-Keeper Diego Benaglio unlängst seine Top-10 aller aktiven Fussball-Torhüter. Den Slowenen platzierte er auf Rang 7.

Miso Brecko (29, 1. FC Köln/De)

Der gelernte Mittelfeldspieler ist mittlerweile definitiv zum Rechtsverteidiger mutiert, sowohl in der Nationalmannschaft als auch bei seinem Klub. Beim 1. FC Köln, dem aktuellen Tabellenführer der 2. Bundesliga, ist er Captain. Interpretiert seine Rolle modern und entwickelt Zug nach vorne, wenn man ihn denn lässt.

Branko Ilic (30, Hapoel Tel Aviv/Isr)

Der Innenverteidiger spielte zu besseren Zeiten für Betis Sevilla. Nachdem er im Jahr 2012 vereinslos war, verlor er auch seinen Platz in der Nationalmannschaft. Nach einem Jahr bei Anorthosis Famagusta spielt er seit diesem Sommer bei Hapoel Tel Aviv. Grosser, kopfballstarker Verteidiger.

Bostjan Cesar (31, Chievo Verona/It)

Wer Cesar liest, denkt wohl zuerst an einen naturalisierten Brasilianer. Falsch: Cesar (dt. Kaiser) ist ein geläufiger Familienname in Slowenien. Der Kaiser der Slowenen misst 1,96 Meter und entsprechend kopfballstark. Kommt in 71 Länderspielen auf die für einen Innenverteidiger bemerkenswerte Quote von sechs Toren.

Andraz Struna (24, Giannina/Grie)

Der Linksverteidiger wechselte im Sommer von Cravocia (Polen) nach Griechenland, kommt dort aber kaum zum Zug. Trotzdem schenkte ihm Trainer Katanec beim 3:0 gegen Norwegen das Vertrauen, das dieser mit einer guten Leistung zurückzahlte. Möglich, dass er heute erneut anstelle des renommierteren Bojan Jokic (Villarreal) zum Einsatz kommt.

Nejc Pecnik (27, Roter Stern Belgrad/Serb)

Der grossgewachsene offensive Mittelfeldspieler wechselte im Sommer nach einer unglücklichen Saison bei Sheffield Wednesday in der zweiten englischen Liga zu Roter Stern Belgrad, wo er in acht Spielen drei Tore schoss. Sein wichtigstes Tor ist länger her: In der Barrage für die WM 2010 erzielte er in Russland das 1:2. Dank eines anschliessenden 1:0-Heimsieges qualifizierten sich die Slowenen für Südafrika.

Ales Mertelj (26, Maribor)

Der beidfüssige zentrale Mittelfeldspieler hat sich mit guten Leistungen gegen Zypern (2:0) und Norwegen (3:0) einen Platz in der Startelf erarbeitet. Kam in seiner Karriere nie über die slowenische Prva Liga hinaus.

Jasmin Kurtic (24, Sassuolo/It)

Der offensive Mittelfeldspieler debütierte im Mai 2012 für die slowenische Nationalmannschaft in einem Test gegen Griechenland (1:1), wo er gleich sein erstes Länderspiel-Tor erzielte. Dabei blieb es bisher. Gehört bei Serie-A-Aufsteiger Sassuolo zu den unbestrittenen Stammspielern.

Andraz Kirm (29, Groningen/Ho)

Ein sehr schneller Flügel mit technischen Mängeln. Hat einen recht ordentlichen linken Fuss, mit dem er durchaus in der Lage ist, gefährliche Flanken zu schlagen – wenn man ihm Zeit und Raum lässt.

Kevin Kampl (23, Red Bull Salzburg/Ö)

Das aktuell vielleicht grösste Talent im slowenischen Fussball. Der schnelle, technisch hervorragende Offensivmann wuchs in Deutschland auf und durchlief die Nachwuchsabteilung von Bayer Leverkusen. In der Bundesliga konnte er sich nie festsetzen, auch weil er sehr verletzungsanfällig ist. Im Sommer 2012 wechselte er für 3 Mio. Euro vom VfR Aalen zu Red Bull Salzburg. Dort gehört er heute zu den Teamstützen: 5 Tore und 4 Vorlagen in zehn Spielen sind durchaus als Warnung zu verstehen.

Milivoje Novakovic (34, Omiya Ardija/Jap)

Und gleich noch eine Warnung: Der Oldie schoss am letzten Freitag beim 3:0-Sieg gegen Norwegen alle drei Tore! Im Februar 2012 aus der Nationalmannschaft zurückgetreten, liess er sich von Trainer Katanec zu einem Comeback überreden: «Ich kam zurück, um den Jungen zu helfen.» Der 1,92 m grosse Strafraumstürmer, der früher lange Jahre für den 1. FC Köln die Netze füllte, trifft mit Links, mit Rechts und natürlich auch per Kopf.

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