Geburtstagsparty in Biel: «Nur die Grünen können es noch richten»
Aktualisiert

Geburtstagsparty in Biel«Nur die Grünen können es noch richten»

Die Co-Präsidentinnen der Grünen ziehen nach einem Jahr an der Spitze eine positive Bilanz. An der Delegiertenversammlung sagen die Grünen klar Nein zu einem verschärften Asylgesetz – und feiern ihren 30. Geburtstag.

Happy Birthday: Die beiden Co-Präsidentinnen der Grünen, Regula Rytz (l.) und Adèle Thorens präsentieren an der Delegiertenversammlung in Biel die Geburtstagstorte.

Happy Birthday: Die beiden Co-Präsidentinnen der Grünen, Regula Rytz (l.) und Adèle Thorens präsentieren an der Delegiertenversammlung in Biel die Geburtstagstorte.

In ihren Reden an die Delegierten haben die Co-Präsidentinnen der Grünen, Regula Rytz und Adèle Thorens, am Samstag in Biel Bilanz gezogen über ihr erstes Jahr an der Spitze der Partei.

Sie seien intensiv dran, die Partei nach dem Wählerrückgang von 2011 wieder auf einen grünen Zweig zu bringen. «Unsere bisher grösste Aufgabe war die Einreichung von zwei nationalen Initiativen», sagte die Berner Nationalrätin Rytz.

Die Initiative für einen verbindlichen und raschen Atomausstieg und der Gegenvorschlag zur grünen Wirtschaftsinitiative würden die Umwelt- und die Wirtschaftspolitik der nächsten Jahre prägen. «Nur die Grünen können es noch richten», zeigte sich Rytz überzeugt. Die Atomaufsichtsbehörde und der Bundesrat seien handlungsunfähig und kuschten vor den AKW-Betreibern.

Trotz einer «durchzogenen Wahlbilanz» der Grünen in den vergangenen zwölf Monaten seien sie heute in Feierlaune, sagte Rytz. «Es ist eine grosse Freude, dass wir heute mit vielen Grünen der ersten Stunde unseren dreissigjährigen Geburtstag feiern können.» Die rund 150 anwesenden Delegierten spendeten lauten Applaus.

«Keine Partei der Utopisten»

Rytz blickte in ihrer Rede auch auf die bewegte Geschichte der Partei zurück. «Die Grünen sind vor dreissig Jahren angetreten, um die Welt zu verändern», hielt Rytz fest. «Sie haben mindestens die Schweiz verändert.»

Die Waadtländer Nationalrätin und Co-Präsidentin Adèle Thorens fand ebenfalls grosse Worte für die Grünen: «Unsere Partei ist keine Partei der Utopisten, wir sind eine Partei der Pioniere.» «Vieles, was in den Anfängen der Grünen utopisch erschien, ist heute im Alltag angekommen und breit akzeptiert», ergänzte Rytz. Doch hätte die Partei noch zahlreiche Herausforderungen anzupacken.

Nach Abschluss der Reden gratulierten Grüne aus aller Welt via Videobotschaft der Partei zum Geburtstag. Die Delegierten schnitten ihrerseits dreissig Kuchen mit grüner Glasur an. (sda)

Delegierte einstimmig gegen dringliche Änderungen im Asylgesetz

Wenig überraschend haben die Delegierten der Grünen die Nein-Parole beschlossen zu den dringlichen Änderungen im Asylgesetz. Die Vorlage kommt am 9. Juni vors Volk.

Der Entscheid fiel einstimmig; alle 164 Delegierten lehnten die Asylgesetzrevision ab. Das Nein der Delegierten war erwartet worden, nachdem die Bundeshausfraktion, die Geschäftsleitung und der Vorstand bereits geschlossen ein Nein empfohlen hatten. Die Delegierten teilten nun die Argumente der Parteileitung gegen eine weitere Verschärfung des Asylrechts.

Insbesondere kritisierten sie die Abschaffung des Botschaftsasyls und den Asylausschluss für Wehrdienstverweigerer. Gerade für Frauen und Kinder führe die Abschaffung des Botschaftsverfahrens dazu, dass sie eine gefährliche Reise mit organisierten Schlepperbanden unternehmen müssen.

Die Partei hatte das von den Jungen Grünen und anderen Organisationen lancierte Referendum gegen die vom Parlament beschlossene Vorlage unterstützt. Im breit abgestützten Nein-Komitee werden sich die Grünen zudem bis zur Abstimmung aktiv gegen die Vorlage einsetzen.

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