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Contest-Sieger-NachahmerNur ein einziges Mal siegte eine Kopie

Die Schweizer ESC-Hoffnung Anna Rossinelli erinnert an die Vorjahresgewinnerin Lena Meyer-Landrut. Ein Blick in die Annalen zeigt: Doubletten sind meist chancenlos.

von
nik

Mit ihrem schwarzen Kleidchen, den knallroten Lippen und ihren etwas ungelenken Bewegungen erinnert die Schweizer ESC-Teilnehmerin Anna Rossinelli frappant an die Vorjahresgewinnerin Lena Meyer-Landrut. In den letzten Jahren kam es immer wieder vor, dass Länder versucht haben, mit einer Kopie des letzten Gewinners zu punkten – scheiterten damit aber in der Regel kläglich, wie nachfolgende Beispiele zeigen.

Lordi

Quelle: YouTube

Nach dem Überraschungserfolg der finnischen Horrorrocker Lordi im Jahr 2006 versuchten bei folgenden Contest verschiedene Länder mit einem ähnlichen Konzept zum Erfolg zu kommen – darunter auch die Schweiz. DJ Bobo floppte mit seinem Grusel-Dance-Song «Vampires are Alive» grandios. Trotz oder gerade wegen dem ähnlichen Bühnenbild und ähnlicher Thematik riefen die Zuschauer für den als Favoriten gehandelten Aargauer nicht an – das bedeutete das Aus in der Vorrunde.

Keinen Erfolg hatten im gleichen Jahr die Schweden von The Ark. Sie versuchten es wie die Finnen im Vorjahr mit melodischem Hardrock. Ohne Erfolg: Sie erreichten nur Platz 18. Für das erfolgsverwöhnte Schweden eine herbe Niederlage.

Dima Bilan

Quelle: YouTube

Nach dem Erfolg des Russen Dima Bilan im Jahr 2008 schickten diverse Ostblockstaaten schmalzige Pathos-Jungs an den Contest. Gewonnen hat die Sause dann aber die optische Antithese Lena Meyer-Landrut.

Ruslana und Elena Paparizou

Das einzige Mal, dass eine Nachahmung des Vorjahres-Siegers Erfolg hatte, war als die Griechen mit Elena Paparizou eine Kopie der Vorjahresgewinnerin Ruslana ins Rennen schickte: Zweimal hintereinander gewann eine «wilde» junge Frau mit einem poppigen Tribal-Dance-Song den ESC. All die Epigonen, die aber seither alljährlich am ESC herumgeistern, werden aber mit Ignoranz gestraft.

Beachtung in Deutschland

Rossinelli wird währenddessen auch schon in Deutschland beachtet: Konkurrenz für unsere Grand-Prix-Lena?» fragt sich die Zeitung «Bild». Und hofft: «Vielleicht haben sich die Grand-Prix-Fans bis Mai 2011 an Annas Song sattgehört?»

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