Nur ein Fünftel der Lehrlinge bleibt im Gastgewerbe

Aktualisiert

Nur ein Fünftel der Lehrlinge bleibt im Gastgewerbe

Nur rund ein Fünftel der Gastgewerbe-Lehrlinge will nach dem Lehrabschluss im gelernten Beruf bleiben.

Dies zeigt eine am Dienstag veröffentlichte repräsentative Lehrlingsumfrage des Berufsverbandes Hotel & Gastro Union. Wichtigstes Berufswahlmotiv war die Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten.

4.797 oder 55 Prozent aller Gastrolehrlinge beteiligten sich an der Umfrage. 18 Prozent von ihnen bleiben nach Lehrabschluss sicher oder wahrscheinlich nicht im Gastgewerbe. 31 Prozent antworteten, sie wüssten es noch nicht. 29 Prozent bleiben vermutlich in der Gastrobranche. Nur 22 Prozent der Befragten bleiben im Gewerbe.

Für 26 Prozent der Befragten gab die Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten, den Ausschlag für die Berufswahl. Bei 22 Prozent waren es Kontakte zu Menschen, bei 18 Prozent die Möglichkeit zum selbstständigen Arbeiten. 17 Prozent wählten einen Gastroberuf wegen der guten Karrierechancen. Wegen des Ansehens oder der Verdienstmöglichkeiten wählte kaum jemand einen Gastroberuf: Nur drei beziehungsweise zwei Prozent der Lehrlinge gaben diese Motive an. Zwei Prozent erklärten, sie hätten keine andere Wahl gehabt.

73 Prozent der Gastrolehrlinge bezeichneten die fachliche Qualifikation ihres Ausbildners als gut. Aber 18 Prozent erachteten sie nur als genügend, neun Prozent sogar als ungenügend. Das zwischenmenschliche Klima im Lehrbetrieb wurde von 70 Prozent der Antwortenden als gut bezeichnet, von 18 Prozent als genügend und von zwölf Prozent als ungenügend.

Bemängelt wurde auch, dass die Ausbildner zu wenig Zeit für die Lehrlinge hätten. Allerdings wurde gemäss Mitteilung seit der ersten Umfrage im Jahr 2003 ein Fortschritt verzeichnet: Hätten sich damals erst 59 Prozent der Ausbildner genug Zeit für die Lehrlinge genommen, seien es dieses Jahr 63 Prozent gewesen. Nur mit gut ausgebildeten, motivierten Angestellten könnten aber optimale Dienstleistungen erbracht und die Branche auf Kurs gebracht werden, schrieb Hotel & Gastro Union. (dapd)

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