Haus auf Schienen: Nur ein Gewitter kann die Mega-Züglete stoppen
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Haus auf SchienenNur ein Gewitter kann die Mega-Züglete stoppen

Die Schienen sind gelegt, die Rollen montiert, der Countdown läuft: Am Dienstag um Punkt 11 Uhr fällt in Zürich-Oerlikon der Startschuss für die grösste Gebäudeverschiebung Europas. Die Spannung steigt.

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Seit 120 Jahren steht beim Bahnhof Zürich-Oerlikon ein unübersehbares Backsteinhaus, ein letzter Zeitzeuge einer blühenden Industrieepoche. Jetzt muss das 6200 Tonnen schwere, 80 Meter lange und 12 Meter hohe ehemalige Direktionsgebäude der Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) wegen dem Bau der SBB-Durchmesserlinie um 60 Meter verschoben werden. Auf Stahlschienen wandert das Haus ab kommenden Dienstag Zentimeter um Zentimeter zum neuen Standort – genauer gesagt um vier Meter pro Stunde.

Seit zehn Monaten laufen die Vorbereitungen für die 11 Millionen Franken teure Züglete. Das Gebäude wurde zuerst angehoben und auf Pfähle gestellt. «Die Nervosität steigt, das wird ein ganz spezieller Tag für mich», sagt Rolf Iten, Chefplaner der MFO-Verschiebung, zu 20 Minuten Online. Obschon die Wetterfrösche für Dienstag starke Regenfälle voraussagen, bleibt der Innerschweizer cool. «Nur bei einem Gewitter müssten die Arbeiten unterbrochen werden.» Wenn alles optimal läuft, dauert die grösste Gebäudeverschiebung Europas nur 15 Stunden. Die Verantwortlichen haben aber bis zu vier Zügeltage eingeplant.

Jeder Millimeter zählt

«Die grösste Herausforderung während des ganzen Prozesses ist, ein Absenken des Gebäudes zu verhindern», so Iten weiter. Denn bei einem Haus dieser Grösse hat eine lokale Senkung verheerende Konsequenzen für das ganze Gebäude: Es kann überall Risse geben, die später aufwendig saniert werden müssten. Deshalb überwachen 30 elektronische Sensoren das ganze Haus. Sie registrieren bereits eine Senkung von einem Zehntelmillimeter.

Auch das Fundament am neuen Standort muss dem Koloss von mehreren tausend Tonnen standhalten können. Dafür werden Pfähle sorgen, die bis auf den festen Untergrund im Boden reichen.

Allfällige Leichen sollten die jetzigen Mieter übrigens besser noch aus dem Keller holen. Das Untergeschoss kann nicht gezügelt werden.

20 Minuten Online überträgt die Verschiebung des MFO-Gebäudes am 22. Mai ab 11 Uhr live.

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