«Das Missenmassaker»: Nur eine tote Miss ist eine gute Miss
Aktualisiert

«Das Missenmassaker»Nur eine tote Miss ist eine gute Miss

98 Minuten, 16 Leichen, 13 Missen und ein Mörder - das sind die wichtigsten Fakten des Films «Das Missenmassaker». Ein Werk, das mit Pauken angekündigten wurde, aber mit einem Triangel endete.

von
Isabelle Riederer

Story: Die Zürcherin Jasmin erbt durch einen tragischen Unfall den Titel der Miss Zürich und darf ins Missen-Camp auf eine thailändische Insel. Doch das paradiesische Idyll wird durch einen Mörder unsicher gemacht. Eine Schönheitskönigin nach der anderen wird durch Freddy Krueger, Jason, Michael Myers und andere bekannte «Slasher»-Berühmtheiten aufgespiesst, durchbohrt, erschossen, aufgeschlitzt und vergiftet. Lediglich zwei Mädchen überleben das Missen-Massaker, doch wie Horrorkenner wissen, nur eine darf überleben und so kommt es in Zürich zum finalen Showdown, wo sich dann auch der Killer zu erkennen gibt.

Höhepunkt: Die Highlights des Films sind zum einen die Persiflage auf SF-Allzweckwaffe Sven Epiney, der im Film den Namen Ken Epiney bekommt. Auch die beiden Hauptdarstellerinnen Lisa Maria Bärenbold und Meryl Valerie überzeugten mit schauspielerischem Talent. Im Missenzirkel aufgefallen sind dagegen lediglich Ex-Miss Schweiz Nadine Vinzens. Ihre Rolle als überdrehte Miss Ostschweiz spielt die Bündnerin mit viel Witz und Elan. Auch Sabrina Meier als «Miss Röschti» zeigt, dass sie durchaus schauspielerisches Potenzial hat. Die 24-jährige Baslerin sollte man im Auge behalten.

Tiefpunkt: Obwohl sich der Film eine Horror-Komödie nennt, beschränken sich die komödiantischen Elemente auf wenig platte Lacher. Hinzu kommt, dass in der kurzen Zeit und dem rasanten Tempo wenig Spannung aufkommt. Zwar gelingt es Michael Steiner und seinem Co-Autor Michael Sauter ein paar lustige Szenen im Drehbuch unterzubringen, doch die reichen nicht aus um den missglückten Rest auszugleichen.

Handwerk: Eines muss man Micheal Steiner zu gestehen, sein Handwerk als Filmemacher versteht er. Der Schnitt, die Bildsprache und die Musik sind professionell und für einen Schweizer Film qualitativ überdurchschnittlich.

Fazit: Für jüngere Kinogänger ist «Das Missenmassaker» 18 Franken und eine Popcorn-Packung wert. Für Fans grosser Filmvergnügen wohl eher weniger.

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