Wahlen in Luzern: Nur Guido Graf schafft absolutes Mehr
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Wahlen in LuzernNur Guido Graf schafft absolutes Mehr

In Luzern hat nur ein Kandidat im ersten Wahlgang den Sprung in den Regierungsrat geschafft. Die SVP kassierte eine Abfuhr, will aber trotzdem nochmals antreten.

von
amc

Die Stimmberechtigen im Kanton Luzern müssen nochmals an die Urne: In der Regierungsratswahl schaffte nur der bisherige Sozialdirektor Guido Graf (CVP) das absolute Mehr. Er wurde mit 60 961 Stimmen in der Regierung bestätigt. Noch keine eineinhalb Jahre im Amt versetzte er damit die bisherige Sicherheitsdirektorin Yvonne Schärli (SP) und den bisherigen parteilosen Finanzdirektor Marcel Schwerzmann auf die Plätze zwei und drei. Sie verpassten beide das absolute Mehr um weniger als 2000 Stimmen. Schärli erhielt 51 804 Stimmen, Schwerzmann 51 287.

Unter die besten fünf schafften es auch noch der freisinnige Willisauer Stadtpräsident Robert Küng (45 800 Stimmen) und der Rothenburger Gemeindepräsident Reto Wyss von der CVP (40 170 Stimmen). Knapp hinter Wyss zurück blieb seine parteiinterne Mitbewerberin Esther Schönberger. Sie kam auf 38 323 Stimmen. Schönenberger gab bereits am Abend der Wahlen bekannt, sie werde im zweiten Wahlgang nicht mehr antreten. Die CVP war, obwohl sie nur Anspruch auf zwei der fünf Sitze erhob, mit drei Kandidaten angetreten.

SVP bleibt ausgeschlossen, gibt aber nicht auf

Einen deutlichen Rückstand weisen Urs Dickerhof von der SVP mit 28 854 Stimmen und der grüne Adrian Borgula mit 28 408 Stimmen auf. Für die SVP, die neu mit 28 Sitzen die zweitstärkste Fraktion im Parlament stellt, ist das Resultat eine Blamage. Sie hatte vor vier Jahren ihr bisher einziges Mandat im Regierungsrat verloren. Die SVP, die im Parlament zur zweitstärksten Kraft wurde, zeigte damit im Kanton Luzern erneut Mühe, bei Majorzwahlen zu punkten. Zum Vergleich: Adrian Borgula, der Kandidat der bedeutend kleineren Grünen, erhielt nur gerade 446 Stimmen weniger als Dickerhof.

Das Resultat des ersten Wahlgangs deutet somit darauf hin, dass die Wähler die parteipolitische Zusammensetzung der Regierung (2 CVP, 1 FDP, 1 SP, 1 Parteiloser) nicht verändern wollen. Die SVP will trotzdem aber ihr Ziel nicht aufgeben, im Kanton Luzern mitzuregieren. Die Entscheidung falle im zweiten Wahlgang, sagte Parteipräsident Josef Kunz auf Anfrage. Das gute Resultat bei den Parlamentswahlen (+5 Sitze) sei eine Verpflichtung.

Die Parteien werde nun in den nächsten Tagen ihre Strategie für den zweiten Wahlgang festlegen, der auf den 15. Mai angesetzt ist. (amc/sda)

Resultate der Regierungsratswahlen:

Gewählt:

Guido Graf (CVP), bisher: 60 001 Stimmen

Nicht gewählt:

Yvonne Schärli (SP), bisher : 51 804

Marcel Schwerzmann (parteilos), bisher: 51 287

Robert Küng (FDP): 45 800

Reto Wyss (CVP): 40 170

Esther Schönberger (CVP): 38 323

Urs Dickerhof (SVP): 28 854

Adrian Borgula (Grüne): 28 408

Absolutes Mehr:53 233

Stimmbeteiligung: 42,4 Prozent

Stimmbeteiligung

Die Luzernerinnen und Luzerner haben lieber das Wette genossen, als gewählt: Die Behörden verzeichneten ein Rekordtief bei der Wahlbeteiligung. Nur 42,4 Prozent der stimmbeteiligten Luzerner haben gewählt.

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