Corona-Umfrage der SRG - Die Impfnachfrage bricht in der Schweiz zusammen
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Corona-Umfrage der SRGDie Impfnachfrage bricht in der Schweiz zusammen

Nur ein Bruchteil der bisher Nicht-Geimpften möchte sich bald einen Impftermin sichern. Das zeigt eine neue Umfrage der SRG.

von
Marcel Urech
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Die Impfung gegen das Coronavirus ist weiterhin umstritten. Das zeigt eine neue Umfrage der SRG.

Die Impfung gegen das Coronavirus ist weiterhin umstritten. Das zeigt eine neue Umfrage der SRG.

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Im Impfbus können sich Passanten spontan impfen lassen. Laut der SRG-Umfrage sind aber nur noch drei Prozent der Befragten bereit, sich sofort impfen zu lassen.

Im Impfbus können sich Passanten spontan impfen lassen. Laut der SRG-Umfrage sind aber nur noch drei Prozent der Befragten bereit, sich sofort impfen zu lassen.

20min/Celia Nogler
Das Schweizer Covid-Zertifikat ist nun auch in den EU-Staaten gültig. Es bleibt aber umstritten, wie die Umfrage zeigt.

Das Schweizer Covid-Zertifikat ist nun auch in den EU-Staaten gültig. Es bleibt aber umstritten, wie die Umfrage zeigt.

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

  • Eine Corona-Umfrage der SRG zeigt, dass ein Impfzwang in der Schweiz nicht mehrheitsfähig ist.

  • Die Angst vor Polarisierung und Konflikten im Umfeld ist mit Corona gestiegen.

  • Trotzdem gaben 80 Prozent der Befragten an, es gehe ihnen gut oder sehr gut.

Die Forschungsstelle Sotomo hat im Auftrag der SRG zum achten Mal eine Umfrage zum Coronavirus in der Schweiz gemacht. Bei der letzten Umfrage im März waren acht Prozent der Erwachsenen mindestens einmal geimpft, bei der neuen im Juli sind es 60 Prozent. Die Impfbereitschaft stösst nun an Grenzen: Nur drei Prozent der Nicht-Geimpften gaben an, sich sofort einen Impftermin sichern zu wollen. Der Rest will entweder abwarten (zwölf Prozent) oder sich gar nicht impfen lassen (25 Prozent).

Hauptgründe dafür sind die Skepsis gegenüber mRNA-Impfungen sowie mögliche Nebenwirkungen. Wer gut verdient und in einer Stadt oder Agglomeration lebt, lässt sich laut Umfrage eher impfen als Menschen im ländlichen Raum. Nur 51 Prozent der Befragten sind angesichts der Impfskepsis und der neuen Varianten der Meinung, dass die Impfung der Weg aus der Pandemie sei. Bei der letzten Umfrage waren es noch 61 Prozent.

Covid-Zertifikat polarisiert

Ein Impfobligatorium ist laut der Befragung nach wie vor nicht mehrheitsfähig. Auch für eine Impfpflicht beim Gesundheitspersonal sind bloss 46 Prozent der Befragten. 50 Prozent sprechen sich dagegen aus, vier Prozent sind unentschlossen.

61 Prozent der Befragten sprachen sich für das Covid-Zertifikat aus, 35 Prozent waren dagegen. Die Gegner des Zertifikats sind vor allem in der SVP-Wählerschaft zu finden, in der es 57 Prozent ablehnen. Bei der SP sind es neun Prozent. Auch die Impfbereitschaft in der SVP ist gering: 51 Prozent der Parteianhängerinnen und -anhänger wollen sich laut Umfrage nicht impfen lassen. Bei der SP sind es bloss sieben Prozent. Über zwei Drittel der Befragten verbinden das Zertifikat mit einem indirekten Impfzwang, obwohl es auch für Genesene und Getestete nutzbar ist.

Furcht vor Konflikten

Die Umfrage zeigt allerdings auch, dass viele Menschen nun positiver gestimmt sind als auch schon. 80 Prozent der Befragten gaben an, es gehe ihnen gut oder sehr gut. Bei der letzten Umfrage waren es 60 Prozent. Obwohl die Angst vor Polarisierung und Konflikten im Umfeld gestiegen ist. Jede vierte Person fürchte sich davor. So hoch sei dieser Wert in der Corona-Umfrage noch nie gewesen, schreibt die SRG.

Verändert hat die Pandemie die Haltung zum Homeoffice. Rund drei Viertel der Befragten wollen auch in Zukunft zumindest einen Teil der Arbeit von zu Hause aus verrichten. 13 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben gar an, nur noch im Homeoffice arbeiten zu wollen. Ebenfalls 13 Prozent würden am liebsten zurück ins Büro.

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