Sinéad O'Connor : «Nur mein Psychiater hält mich noch am Leben»
Aktualisiert

Sinéad O'Connor «Nur mein Psychiater hält mich noch am Leben»

Die irische Musikerin Sinéad O'Connor postete auf Facebook ein erschreckendes Video, in dem sie ihr Leid klagt. Ihre Fans sind alarmiert.

von
lme

Der Video-Hilferuf von Sinéad O'Connor. <i>(Video: Facebook/Tamedia)</i>

Das Video, das Sinéad O'Connor (50) am Wochenende auf ihrer Facebook-Seite postete, ist nicht schön anzuschauen. Die Sängerin («Nothing Compares 2 U») sieht erschöpft aus und weint immer wieder herzergreifend. Doch es sind vor allem ihre Worte, die bei ihren Fans auf der ganzen Welt die Alarmglocken läuten lassen.

«Ich sitze in einem Motel am Arsch von New Jersey und bin total allein», klagt die Sängerin. «Es gibt absolut niemanden, ausser meinem Psychiater, dem süssesten Menschen auf Erden, der mir sagt, dass ich eine Heldin bin.» Dann der schockierende Satz: «Das ist verdammt noch mal das Einzige, was mich noch am Leben hält.»

«Ginge es nur um mich, wäre ich längst weg»

In Sinéads Hilferuf mischen sich immer wieder relativ klare Botschaften. «Psychische Krankheiten sind wie eine Droge – es kann jeden treffen», sagt die irische Musikerin. Doch der Kern des Videos ist ihr persönliches Leid. «Ginge es nur um mich, wäre ich längst weg. Denn seit zwei Jahren wandle ich allein durch diese Welt und werde für meine Krankheit bestraft. Niemand kümmert sich um mich», sagt sie.

Gäste, die im selben Hotel wie Sinéad O'Connor übernachteten, bestätigen gegenüber «Page Six», dass die Sängerin in schlechtem Zustand war. Die Tür ihres Zimmers habe die ganze Zeit offen gestanden, sie hätte ein Armband eines Spitals am Handgelenk getragen und ihr Zimmer ab und zu verlassen. «Aber sie ging oft zum Pepsi-Automaten», verriet ein Gast. Bei NorthJersey.com hingegen heisst es, O'Connor sei in keinem Motel in der Region abgestiegen.

Sinéad leidet seit längerem an einer bipolaren Störung

1990 landete Sinéad O'Connor mit dem von Prince geschriebenen Lied «Nothing Compares 2 U» einen Welthit, konnte aber in der Folge nie an diesen Erfolg anknüpfen. Vor zehn Jahren gestand sie in der Show von Oprah Winfrey, dass sie an einer bipolaren Störung leide und immer wieder Selbstmordgedanken hege. «Medikamente helfen mir, die Balance zu finden, aber es ist ein langer Prozess», sagte sie damals.

In den vergangenen Jahren versetzte O'Connor ihre Fans immer wieder via Social Media in Sorge. 2015 postete sie auf Facebook, dass sie irgendwo in einem Hotel in Irland eine Überdosis Drogen genommen habe. Die Polizei fand die Sängerin jedoch unversehrt vor. Anfang dieses Jahres wurde sie vom Comedian Arsenio Hall auf fünf Millionen Dollar verklagt, weil sie verbreitet hatte, dass er dem verstorbenen Musiker Prince Drogen verkauft habe.

Die 50-Jährige ist Mutter von vier Kindern (13 bis 29 Jahre alt) von vier verschiedenen Männern.

Der 1990er Megahit «Nothing Compares 2 U». (Quelle: Youtube/SineadOConnor)

Suizidgedanken? Hier finden Sie Hilfe

Beratung:

Dargebotene Hand, Tel. 143, (143.ch); Online-Beratung für Jugendliche mit Suizidgedanken: U25-schweiz.ch

Angebot der Pro Juventute: Tel. 147, (147.ch)

Kirchen (Seelsorge.net)

Anlaufstellen für Suizid-Betroffene:

Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils (Nebelmeer.net);

Refugium – Geführte Selbsthilfegruppen für Hinterbliebene nach Suizid (Verein-refugium.ch);

Verein Regenbogen Schweiz (Verein-regenbogen.ch).

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