Aktualisiert 06.02.2019 10:34

Brand in Chur

Nur noch die Gerippe der Postautos sind übrig

Am Mittwochabend ist in Chur ein Feuer in der Postautogarage ausgebrochen. Ein Polizist wurde verletzt. Es entstand ein Sachschaden von mehreren Millionen Franken.

In der Einstellhalle der Postauto AG in Chur ist am Mittwochabend ein Brand ausgebrochen. Kurz nach 20.45 Uhr wurde der Alarm ausgelöst. «Es gab eine laute Explosion», berichten Leser-Reporter. Die Feuerwehr Chur war mit der Unterstützung der umliegenden Gemeinden mit über 100 Feuerwehrleuten im Einsatz.

Laut der Kantonspolizei Graubünden wurden knapp 50 Personen evakuiert. Ein Polizist der Stadtpolizei Chur wurde wegen Atembeschwerden ins Spital gebracht.

Die Einstellhalle der Postauto AG wurde laut Medienmitteilung komplett beschädigt. Die integrierte Tankstelle wurde während der Brandbekämpfung geschützt und nur oberirdisch beschädigt.

Gebäude brannte komplett ab

In der Halle befanden sich über zwanzig Postautos, Fahrzeuge in Reparatur sowie private Autos von Angestellten. Das Gebäude wurde laut Kantonspolizei komplett zerstört. Über zwei Dutzend Fahrzeuge, davon 20 Postautos, wurden beschädigt. Das ist fast die Hälfte der Postauto-Flotte des Standortes Chur. An in der Nähe abgestellten Fahrzeugen sowie an angrenzenden Gebäuden entstand ebenfalls Sachschaden.

Trotzdem hätten es die Mitarbeitenden in kürzester Zeit geschafft, dass in den nächsten Tagen sämtliche Kurse im Grossraum Chur zuverlässig verkehrten, teilte das Unternehmen Postauto mit. Noch in der Nacht auf Donnerstag sei für Ersatzfahrzeuge gesorgt worden. Auch für die Zeit danach ist Postauto laut eigenen Angaben zuversichtlich. Eine Taskforce sei mit Hochdruck daran, Postautos aus der ganzen Schweiz als Ersatzfahrzeuge für Chur zu organisieren.

Falls nicht genügend eigene Fahrzeuge zur Verfügung stehen, wird Postauto andere Transportbetriebe für Ersatzbusse anfragen. Fahrgästen wird empfohlen, vor dem Antritt ihrer Reise ab Chur sicherheitshalber den Onlinefahrplan zu konsultieren.

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Die Postautos sind zerstört.

Die Postautos sind zerstört.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Es sind nur noch die Gerippe übrig.

Es sind nur noch die Gerippe übrig.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Ein Feuerwehrmann bei den Löscharbeiten.

Ein Feuerwehrmann bei den Löscharbeiten.

Keystone/Gian Ehrenzeller

Der Schaden beläuft sich gemäss der Polizei-Medienmitteilung auf mehrere Millionen Franken. Postauto schätzt den Schaden allein für die Fahrzeuge momentan auf 7,5 Millionen Franken. Die Umstände, die zum Brand geführt haben, werden nun untersucht.

«Vor allem eine Seite ist komplett zerstört»

Wie eine Leser-Reporterin berichtet, stehen auch am Morgen danach noch immer Polizisten vor den Eingängen des Gebäudes. Zudem sei das gesamte Areal abgeriegelt. «Das Gebäude sieht richtig schlimm aus. Vor allem eine Seite ist komplett zerstört», so die junge Frau, die eigentlich in Churwalden wohnt. Aus Angst vor einem Fahrplan-Chaos hat sie gestern kurzerhand bei ihrem Freund in Chur übernachtet. Sie erzählt, dass die Flammen gestern zahlreiche Schaulustige angelockt haben. Auch sie und ihr Freund hätten sich Sorgen gemacht, «weil jeder weiss, dass im Gebäude auch Wohnungen sind. Aber zum Glück wurde niemand ernsthaft verletzt.»

(20 Minuten)

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