Twitch-Trend: «Nur noch einmal» – Streamer verwetten Millionen Franken in Online-Casinos

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Twitch-Trend«Nur noch einmal» – Streamer verwetten Millionen Franken in Online-Casinos

Die Live-Streaming-Plattform Twitch ist schon längst nicht mehr nur für Gamer. Doch der vielfältige Live-Content hat auch seine Schattenseiten – so verprassen einige Streamer zur Belustigung ihrer Zuschauer Millionen Franken in Online-Casinos. 

von
Riccardo Castellano
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Online-Casinos erleben auf Twitch auf einen Boom. 

Online-Casinos erleben auf Twitch auf einen Boom. 

LeoVegas/Twitch
Streamerinnen und Streamer verprassen live tausende  von Franken.

Streamerinnen und Streamer verprassen live tausende  von Franken.

Twitch
Sei das an virtuellen Spielautomaten…

Sei das an virtuellen Spielautomaten…

Twitch

Darum gehts

  • Online-Casinos erleben derzeit ein Live-Stream-Revival auf Twitch.

  • Influencer und Influencerin und Streamer und Streamerin verwetten live Millionen von Franken.

  • Bekannte Streamer und Streamerinnen verurteilen nun diesen Trend und fordern ein Verbot.

  • Auch Sucht Schweiz sieht in diesen Formaten ein Jugendschutz-Problem.

Das Glücksspiel im Internet ist in den meisten Ländern noch weitgehend unreguliert. Eine Kreditkarte reicht, um in Online-Casinos an Hunderten simulierten Maschinen zu spielen. Mittlerweile hat der Trend wieder auf der Live-Stream-Plattform Twitch Aufsehen erregt. Die Kategorie «Slots» war zeitweise unter den Top-10-Kategorien und überholte sogar Streaming-Spitzenreiter wie den beliebten Shooter «Warzone». 

Der Trend kam erst nach den Covid-Lockdowns richtig ins Rollen. Nach einem kurzen Abstieg Anfang des Jahres ist das Glücksspiel seit dem Mai und Juni so präsent wie noch nie. Streamer und Streamerinnen verprassen Abertausende Franken in virtuellen Spielautomaten oder beim Poker sowie Blackjack. Die beliebtesten Influencer und Influencerinnen auf der Plattform haben durch Sponsoring-Deals sogar mehrere Millionen in Online-Casinos gesteckt. 

So auch der Kanadier Félix «xQc» Lengyel, er streamt regelmässig durch Sponsorings und Partnerschaften seine Casino-Errungenschaften. Kürzlich gab er im Stream jedoch zu, rund zwei Millionen Dollar Verlust gemacht zu haben. Zusätzlich sprach er davon, ein Suchtproblem zu entwickeln. «Nur noch einmal», sagt er im Live-Stream des Öfteren. 

«Junge Menschen werden zum Geldspiel verleitet»

Doch nicht alle Streamer und Streamerinnen und Gamer und Gamerinnen sind den lukrativen Deals verfallen. Bekannte Gesichter wie Asmongold wollen, dass das Glücksspiel komplett von Twitch verschwindet. Das habe dort nichts zu suchen und würde der Plattform langfristig schaden. Dem stimmt auch Sucht Schweiz zu: «Die Grenze zwischen Videospielen und Geldspielen wird einmal mehr fliessend», so Mediensprecherin Monique Portner-Helfer.

Twitch selber hat dabei keine sicheren Regeln festgelegt. Zwar gibt es eine Altersgrenze für solche Streams, jedoch ist diese Art von Einschränkungen für Jugendliche leicht zu umgehen. Es gibt nämlich keine Verifikation mittels Identitätsüberprüfung oder Ähnlichem. Das direkte Teilen von Links und Rabattcodes zu Online-Casinos ist ebenfalls verboten. 

Besonders junge Fans von solchen Influencern und Influencerinnen werden also unrealistischem Glücksspiel ausgesetzt. «Die jungen Menschen werden zum Geldspiel verleitet und möchten es auch probieren», so Portner-Helfer. «Der Jugendschutz müsste greifen, dass Minderjährige keinen Zugang mehr haben.» Doch die Verantwortung liegt bei Twitch, und die Plattform hat soweit keine Pläne zur weiteren Regulierung.

Einige Streamer und Streamerinnen wie Asmongold haben ihren Einfluss genutzt, um das Problem an religiöse Republikaner zu bringen. Die republikanische Partei in den USA will derzeit versuchen, das Online-Glücksspiel komplett zu verbieten. Er erhofft sich daher, dass die Politiker und Politikerinnen seine Ansichten teilen und ihre Unterstützung anbieten. Ob sich jedoch ein Senator wirklich meldet, bleibt abzuwarten.

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