Nachbefragung zur Abstimmung: Nur SVP-Wähler stellten sich gegen EU-Waffenrecht

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Nachbefragung zur AbstimmungNur SVP-Wähler stellten sich gegen EU-Waffenrecht

Die Tamedia-Nachbefragung zeigt, wie das doppelte Ja am Sonntag zustande kam.

von
daw
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Mit 66,4 Prozent Ja-Stimmen hat die Stimmbevölkerung die Steuerreform und AHV-Finanzierung (STAF) am Sonntag klar angenommen.

Mit 66,4 Prozent Ja-Stimmen hat die Stimmbevölkerung die Steuerreform und AHV-Finanzierung (STAF) am Sonntag klar angenommen.

Keystone/Gabriel Monnet
Laut der Umfrage stimmten der STAF ältere Stimmbürger eher zu als jüngere.

Laut der Umfrage stimmten der STAF ältere Stimmbürger eher zu als jüngere.

Keystone/Christian Beutler
Obwohl die Grünen und die Grünliberalen die Nein-Parole herausgegeben hatten, folgten die Wähler ihren Parteien nicht. So schrieben 61 Prozent der Wähler der Grünen ein Ja auf den Stimmzettel, bei der GLP waren es gar 73 Prozent. Im Bild: GLP-Vize Pascal Vuichard.

Obwohl die Grünen und die Grünliberalen die Nein-Parole herausgegeben hatten, folgten die Wähler ihren Parteien nicht. So schrieben 61 Prozent der Wähler der Grünen ein Ja auf den Stimmzettel, bei der GLP waren es gar 73 Prozent. Im Bild: GLP-Vize Pascal Vuichard.

Keystone/Anthony Anex

Mit 66,4 Prozent Ja-Stimmen hat die Stimmbevölkerung die Steuerreform und AHV-Finanzierung (STAF) am Sonntag klar angenommen. Laut der Tamedia-Nachbefragung stimmten die Wähler sämtlicher grösserer Parteien mit Ausnahme der SVP der Vorlage mit einer klaren Mehrheit zu.

Die SVP hatte Stimmfreigabe beschlossen. Am Ende stimmten 47 Prozent Ja, 53 Prozent Nein. Obwohl die Grünen und die Grünliberalen die Nein-Parole herausgegeben hatten, folgten die Wähler ihren Parteien nicht. So schrieben 61 Prozent der Wähler der Grünen ein Ja auf den Stimmzettel, bei der GLP waren es gar 73 Prozent.

Rentner stimmten eher zu

Laut der Umfrage stimmten der STAF ältere Stimmbürger eher zu als jüngere. So sagten 73 Prozent der über 65-Jährigen Ja zur Vorlage. Bei den 18- bis 34-Jährigen (64 Prozent Ja) und den 35- bis 49-Jährigen (62 Prozent Ja) lag der Anteil der Ja-Stimmen etwas tiefer.

Ein gewichtiges Argument für das Ja war laut der Umfrage, dass die Vorlage die AHV stärke und einen substanziellen Beitrag zur Sicherung der Renten leiste. Viele Ja-Stimmende sahen im Paket zudem einen typisch schweizerischen Kompromiss, der gleich zwei drängende Probleme auf einmal löse.

Waffenrecht: Schengen als wichtigstes Pro-Argument

Mit 64 Prozent Ja hat das Stimmvolk am Sonntag auch die Übernahme der EU-Waffenrichtlinie deutlich angenommen. Die Tamedia-Nachbefragung zeigt, dass das revidierte Waffenrecht einzig bei der SVP-Wählerschaft auf Ablehnung stiess. 77 Prozent legten ein Nein in die Urne. Die Anhänger der übrigen Parteien stimmten der Vorlage sehr deutlich zu. Am grössten war die Unterstützung im linken Lager. 92 Prozent der Grünen- und SP-Wähler sagten Ja.

Wuchtiges Ja in der Stadt

Weiter zeigt die Umfrage einen deutlichen Stadt-Land-Graben: Mit 57 Prozent Ja wurde die Vorlage auf dem Land weniger klar angenommen als in der Stadt, wo sich 75 Prozent der Stimmbürger für die Revision aussprachen.

Das mit Abstand wichtigste Argument für ein Ja war laut der Umfrage, dass die Schweiz bei einer Übernahme der EU-Waffenrichtlinie garantiert Teil des Sicherheitsverbundes Schengen/Dublin bleibe.

Zur Umfrage

14'670 Personen aus der ganzen Schweiz haben zwischen dem 17. und 19. Mai online an der Tamedia-Nachbefragung zur eidgenössischen Abstimmung vom Wochenende teilgenommen. Die Umfragen werden in Zusammenarbeit mit der LeeWas GmbH der Politikwissenschaftler Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen durchgeführt. Sie gewichten die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen. Der Fehlerbereich liegt bei 2,1 Prozentpunkten. Weitere Informationen gibts hier.

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