Aktualisiert 21.06.2011 13:42

Kurioses Bild

Nur vermeintlich Blinde am Werk

Eine Hilfslinie für Sehbehinderte, die direkt in einen Pfosten führt. Gehts noch tollpatschiger? Auf den zweiten Blick entpuppt sich die Konstruktion aber als alles andere als eine Bausünde.

von
fum
Die Leitlinie für Sebehinderte führt absichtlich zum Pfosten - so finden Blinde das gelbe Gerät, das bei grüner Ampel vibriert, einfacher.

Die Leitlinie für Sebehinderte führt absichtlich zum Pfosten - so finden Blinde das gelbe Gerät, das bei grüner Ampel vibriert, einfacher.

Leser-Reporter P.S. hat nicht schlecht gestaunt, als er letzthin am Zürcher Lindenplatz vorbeiging: Da endet die gerippte Bodenmarkierung für Sehbehinderte – offiziell Leitlinien genannt – doch tatsächlich direkt im Pfosten einer Ampelanlage. «War derjenige, der die Linien aufgemalt hat, womöglich selbst blind?», fragt sich P.S. und drückt auf den Auslöser seiner Digitalkamera.

Auch auf der Redaktion ist das Schmunzeln über das kuriose Bild gross. Kann es sein, dass wir soeben Zeugen eines tollpatschig ausgeführten Bauwerks wurden? Nein – wir sind schlicht zu tollpatschig, die Konstruktion richtig einzuschätzen! «Dies wurde absichtlich so angelegt», klärt Alexandra Diethelm von der Beratungsstelle der Zürcher Sehhilfe auf, «so finden Sehbehinderte, die mit dem Blindenstock unterwegs sind, das gelbe Hilfsgerät an der Ampel einfacher.»

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