Rauchverbot: Nur wenig Interesse an Fumoirs
Aktualisiert

RauchverbotNur wenig Interesse an Fumoirs

In genau einem Monat wird das Rauchen in Bars und Restaurants in der ganzen Schweiz verboten. Die Mehrheit der Lokale im Kanton Zürich wird wohl ganz rauchfrei werden und die Raucher vor die Tür schicken.

In Winterthur beispielsweise erhielt das Baudepartement gerade mal 15 Gesuche für den Bau eines Fumoirs, und dies, obwohl in dieser Stadt rund 200 Bars, Cafés, Clubs und Restaurants auf Gäste warten.

Vier dieser Gesuche seien bereits bewilligt worden, sagte ein Mitarbeiter des Baudepartementes auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die restlichen würden nun so schnell wie möglich bearbeitet.

Dass es in den verbleibenden vier Wochen bis zum Rauchverbot noch viel mehr Gesuche werden, glaubt er nicht. «Viele Wirte warten wohl ab und beobachten, wie sich das Verbot auf ihre Gästezahl auswirkt.» Grund dafür dürften nicht zuletzt die Umbaukosten sein, die je nach Anordnung der Räume relativ hoch sein könnten.

«Wirte warten ab»

In der Stadt Zürich sieht es nicht viel anders aus. Es seien nur wenige Gesuche eingereicht worden, sagte eine Sprecherin des Hochbaudepartementes auf Anfrage. Genaue Zahlen kann sie nicht nennen, weil die Gesuche nur bei den einzelnen Kreisarchitekten erfasst werden, nicht aber zentral für das ganze Stadtgebiet.

Auch hier erwartet man für die letzten Wochen bis zum Verbot aber keinen Ansturm mehr.

Für Ernst Bachmann, Präsident von GastroZürich, ist klar, weshalb die Wirte so zurückhaltend sind. Die Verunsicherung wegen des Rauchverbots sei gross, sagte er auf Anfrage. Viele würden vorerst abwarten und die Raucher während des Sommers nach draussen schicken. Ein teures Fumoir könne man auch später noch bauen.

Es gebe aber auch zahlreiche Wirte, die bereits eine Lösung gefunden hätten und dafür aber keine Baubewilligung einholen würden. «Wer ein separates Räumchen mit Lüftung zum Fumoir umfunktionieren kann, muss die Stadt ja wohl nicht um Erlaubnis fragen», ist er überzeugt.

Die Wirte akzeptierten natürlich die Niederlage bei der Volksabstimmung. «Aber wir wollen nun nicht schikaniert werden», sagte Bachmann.

(sda)

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