Jugendkriminalität in Basel-Stadt: Nur wenig kriminelle Kids sind aus Basel
Aktualisiert

Jugendkriminalität in Basel-StadtNur wenig kriminelle Kids sind aus Basel

Ein Grossteil der Jugendkriminalität in Basel-Stadt ist «importiert». Besonders oft erwischt die Polizei minderjährige Zigeuner beim Einbrechen.

von
Jonas Hoskyn

Insgesamt hat die Basler Jugendanwaltschaft im letzten Jahr 162 Jugendliche festgenommen. Nur 61, also etwas mehr als ein Drittel der Minderjährigen, stammen aus Basel. «Das hat mich schon ziemlich überrascht», sagt Beat Burkhardt, Leiter der Jugendanwaltschaft. Er hatte es eher umgekehrt erwartet. «Es zeigt aber, dass es falsch ist, einfach von der bösartigen Basler Jugend zu reden.» Burkhardt hatte die Auswertung nach dem Raubüberfall einer Fricktaler Jugendgang Anfang Dezember in Auftrag gegeben.

Eine Erklärung für den hohen Anteil «importierter» Jugendkriminalität ist die Einbruchswelle minderjähriger Zigeuner aus dem Elsass: 54 von ihnen wurden letztes Jahr geschnappt. «So massiv war es seit den 90er Jahren nicht mehr», so Burkhardt. In solchen Fällen setzt die Jugendanwaltschaft auf Abschreckung durch die Untersuchungshaft.Die übrigen Festnahmen erfolgten meist wegen Gewalt­tätigkeiten, Überfällen oder Sachbeschädigungen.

Zwölf der Verhafteten stammen aus dem Baselbiet, sechs aus dem Aargau, der Rest verteilt sich auf die übrige Schweiz und das grenznahe Ausland. Auch Martin Stocker von der Jugend- und Präventionspolizei kennt das Problem des Kriminalitätstourismus: «Es gibt viele, die nach Basel kommen, weil sie was erleben wollen – egal was.» Und wenn die Täter eine halbe Stunde nach dem Verbrechen schon wieder über die Kantons- oder gar Landesgrenze verschwunden sind, wirds für die Ermittler schwierig.

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