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Löhne 2013Nur wer mehr leistet, bekommt mehr Lohn

In der Schweiz steigen die Löhne trotz Euro-Krise. Mit einem höheren Gehalt können aber nur diejenigen rechnen, die eine bessere Leistung erbringen.

von
Sabina Sturzenegger

Es ist wieder Herbst, und das heisst: Lohnverhandlungen. Generell fordern Arbeitnehmervertreter Lohnerhöhungen, Arbeitgebervertreter winken ab. Doch jetzt kommt eine gute Nachricht von den Schweizer Firmen selber: Laut einer Umfrage unter 197 in der Schweiz ansässigen Firmen gibt es 2013 eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 2,2 Prozent.

Erstaunlich dabei: Gemäss dem Personaldienstleister Aon Hewitt, der die Umfrage durchgeführt hat, profitieren nicht nur das mittlere Management, sondern auch Fachkräfte und Arbeiter von Lohnerhöhungen von durchschnittlich 2,3 Prozent. Damit können sie sogar noch auf mehr hoffen als ihre Kollegen aus der Verwaltung und dem Topmanagement.

Immer mehr Firmen zahlen für Leistung

Doch wer mehr verdienen will, muss auch mehr leisten: «Der grösste Teil der Lohnerhöhungen wird aufgrund der Leistung erfolgen», sagt Farid Hassan, Vergütungsberater bei Aon Hewitt. Wer wenig leistet und bloss aufgrund seiner langjährigen Mitarbeit auf eine Lohnerhöhung hofft, ist demnach auf dem falschen Dampfer.

Damit eine Lohnerhöhung in Frage kommt, wollen die Unternehmen immer öfter eine gute Performance von ihren Mitarbeitern sehen. 70 Prozent der befragten Firmen gaben dies als Faktor für individuelle Lohnerhöhungen an. Auch die externe Wettbewerbsfähigkeit des Mitarbeiters (63 Prozent) sowie die interne Fairness (58 Prozent) sind für die Gehaltsentscheidung immer wichtiger.

Leistung wichtiger als Alter

Hingegen gelten reines Fachwissen und Fertigkeiten nur noch bei 33 Prozent der Unternehmen als Grund für eine Lohnerhöhung. Auch Seniorität – also die Tatsache, dass jemand lange in einer Firma gearbeitet hat – gilt nur noch bei einem Fünftel der Unternehmen als Grund für eine Erhöhung des Gehalts. «Das zeigt, dass Alter und Verbleib im Unternehmen als Kriterien für Lohnerhöhungen immer mehr zugunsten von Leistung in den Hintergrund treten», sagt Hassan.

Natürlich gibt es auch Unterschiede nach Branchen, wie die Umfrage zeigt. So wird in der IT-Branche mit einem Lohnwachstum von 3 Prozent und in der Pharmaindustrie mit 2,8 Prozent gerechnet. Selbst in der gebeutelten Finanzbranche werden im nächsten Jahr mit 2,3 Prozent die Gehälter geringfügig ansteigen. Die Verlierer sind die in der Holz-, Papier- und Verpackungsbranche tätigen Arbeitnehmenden. Sie dürfen lediglich auf durchschnittlich 1,4 Prozent mehr Gehalt hoffen, schreibt das Beratungsunternehmen.

Auch untere Einkommensstufen profitieren

Für den «gewöhnlichen Angestellten» soll dies aber keine schlechte Nachricht sein. Gemäss Hassan sind die Lohnerhöhungen «ausdrücklich auch für die unteren Stufen der Mitarbeiterkategorien geplant». Das Top-Management werde im Vergleich zu anderen Mitarbeiterkategorien prozentual keine grösseren Lohnsteigerungen mehr verzeichnen können.

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