Nur zwei Drittel natürliche Geburten

Aktualisiert

Nur zwei Drittel natürliche Geburten

In Schweizer Spitälern erfolgt fast jede dritte Entbindung durch Kaiserschnitt. Die anfallenden Kosten sind dabei doppelt so hoch wie bei einer Spontangeburt.

Dies teilte das Bundesamt für Statistik am Freitag. An privaten Krankenhäusern werden mehr Kaiserschnitte vorgenommen als in öffentlichen Spitälern.

Insgesamt gehört die Schweiz mit ihrem vergleichsweise hohen Anteil von Kaiserschnitten an der Gesamtzahl der Geburten zu den Spitzenreitern in Europa. Die regionalen Unterschiede sind jedoch gross, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) in seiner am Freitag veröffentlichten Statistik für das Jahr 2003 schreibt. In den Regionen Zollikerberg, Herrliberg oder Küsnacht im Kanton Zürich beispielsweise wurden im Berichtsjahr vier von zehn Frauen per Kaiserschnitt entbunden, in der bündnerischen Surselva oder im Puschlav war es hingegen nur jede zehnte Frau, die ihr Kind auf diese Weise zur Welt brachte. Der landesweite Durchschnitt lag bei knapp 30 Prozent, Spitzenwerte von 50 Prozent wurden unter anderem in der Region Riedholz im Kanton Solothurn, im Raum Binningen im Baselbiet oder in der Urner Region Schattdorf ermittelt.

Im Vergleich zu Spontangeburten sind die Kosten, die bei einem Kaiserschnitt anfallen, ungefähr doppelt so hoch. Einen Zusammenhang zwischen der Zahl der Kaiserschnitte und dem Versicherungsstatus der gebärenden Frauen liess sich - mit Ausnahme der Kantone Nidwalden, Basel-Stadt und Zürich - jedoch nicht feststellen. Hingegen ergaben die Untersuchungen des BFS klar, dass an den privaten Spitälern mit einem Anteil von 40 Prozent an der Gesamtzahl der Geburten deutlich mehr Kaiserschnitte durchgeführt werden als in öffentlichen Häusern mit einem Anteil von bloss 26 Prozent. Ein Spitalaufenthalt im Fall eines Kaiserschnitts dauerte zudem fast drei Tage länger - nämlich 8,6 Tage -, als im Fall einer Spontangeburt mit durchschnittlich 5,8 Tagen. Das Durchschnittsalter jener Frauen, die per Kaiserschnitt entbunden wurden, lag bei 31,4 Jahren; im Fall von Spontangeburten war es anderthalb Jahre tiefer. Rund ein Drittel der Frauen, die mit einem Kaiserschnitt entbunden wurden, kamen als Notfälle ins Spital.

Gemäss der BFS-Statistik wurden in den Schweizer Spitälern im Jahr 2003 rund 67.000 Frauen entbunden. In 29,2 Prozent aller Fälle erfolgte ein Kaiserschnitt. Dieser Anteil lag im Jahr 2001 noch bei 26,3 Prozent und ein Jahr später bei 27,5 Prozent. In Deutschland - als europäische Vergleichsgrösse - lag der Anteil der Kaiserschnitte an allen Geburten im Jahr 2003 bei 25,5 Prozent. (dapd)

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