Aktualisiert 05.02.2017 15:40

Zoo in MosulNur zwei Tiere überlebten den Krieg

Die irakische Armee vertrieb den IS aus Ost-Mosul. Die Anwohner wollen die Stadt nun wieder aufbauen. Auch den Zoo, in dem noch zwei Tiere leben.

von
vbi

Im Zoo in Mosul liegen überall Blindgänger rum. (Video: vbi/Reuters)

Tausende vertriebene Zivilisten kehren nach der Rückeroberung von Ost-Mosul durch die irakischen Streitkräfte in ihre Heimatstadt zurück.

Sie wollen, dass in der zweitgrössten irakischen Metropole bald wieder der Alltag einkehrt. Auch im Zoo von Mosul. Dabei haben nur zwei Tiere – ein Löwe und ein Bär – den Krieg überlebt, wie CNN schreibt.

Berichte aus Mosul

Flüchtlinge berichten von Folter und Morden in Mosul.

Nachbarn kümmerten sich um die Tiere

Der Zoo in Ost-Mosul liegt am Fluss Tigris, einem strategisch wichtigen Ort. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahm diesen 2014 ein, als sie in die Stadt einmarschierte. Wie der Blogger-Aktivist Mosul Eye schreibt, soll der IS den Park seither als militärische Basis benutzt haben.

Der Besitzer des Tierparks, Abu Omar, sagt, in den ersten Wochen des Krieges hätten sich noch Zoo-Mitarbeiter und danach Nachbarn um die Tiere gekümmert.

Affen sprangen von Haus zu Haus

Im letzten Monat sei die Situation aber so gefährlich geworden, dass sich die Bewohner nicht mehr vor die Tür getraut hätten. «Die Tiere waren für einen Monat auf sich alleine gestellt. Viele starben, viele verhungerten.»

Der Anwohner Ammar Salah erzählt, dass einige Affen aus dem Zoo entkommen seien. «Sie sprangen von Haus zu Haus. Sie attackierten die Kinder, weil sie so hungrig waren.»

Nun ist der Krieg in Ost-Mosul vorbei, nur zwei Tiere leben noch im Zoo. Viele Anwohner brachten den Tieren in den letzten Tagen ihre Essensreste, obwohl sie selbst kaum genug zu essen hatten. Die Organisation «Animal Rights Protection» brachte kürzlich eine grosse Ladung mit Futter – die erste richtige Nahrung für den Bären und den Löwen seit einem Monat.

Kampf im Westen schwierig

Nach Angaben der UNO flohen seit Beginn der Offensive auf Mosul Mitte Oktober mehr als 180'000 Menschen aus dem Stadtteil. Mittlerweile ist rund ein Sechstel von ihnen zurückgekehrt.

Vor Kurzem war es den irakischen Truppen mit Hilfe der internationalen Anti-IS-Koalition und mit Unterstützung kurdischer Peshmerga-Kämpfer gelungen, die Jihadisten aus dem Osten von Mosul zu vertreiben.

Der Kampf im Westen der Stadt gestaltet sich schwierig. Das deutsche Auswärtige Amt bezeichnete die Befreiung von Ost-Mosul als «wichtigen Schritt im Kampf gegen den IS im Irak». Die Jihadisten gerieten dadurch immer mehr in die Defensive. (vbi/afp)

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