10.07.2015 06:58

Norwegens Polizei

Nur zweimal geschossen — beide Male verfehlt

Im Gegensatz zu US-Cops greifen norwegische Polizisten selten zur Waffe. Das zeigt eine Statistik der Regierung.

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Norwegens Polizei ist alles andere als schiesswütig. Das zeigt eine neue Statistik der Regierung für das Jahr 2014.

Norwegens Polizei ist alles andere als schiesswütig. Das zeigt eine neue Statistik der Regierung für das Jahr 2014.

AFP/Odd Andersen
Die Beamten sind grösstenteils unbewaffnet. Laut einer Statistik der norwegischen Regierung haben die Polizisten landesweit im Jahr 2014 genau zweimal zur Waffe gegriffen und geschossen - beide Male daneben.

Die Beamten sind grösstenteils unbewaffnet. Laut einer Statistik der norwegischen Regierung haben die Polizisten landesweit im Jahr 2014 genau zweimal zur Waffe gegriffen und geschossen - beide Male daneben.

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2014 wurde den Polizisten erlaubt, - ausnahmsweise und nur für vier Wochen - mit Waffen zu patrouillieren. Grund war die erhöhte Terrorgefahr.

2014 wurde den Polizisten erlaubt, - ausnahmsweise und nur für vier Wochen - mit Waffen zu patrouillieren. Grund war die erhöhte Terrorgefahr.

Heiko Junge

Norwegens Polizei hat im Jahr 2014 genau zweimal zur Waffe gegriffen und geschossen — beide Male daneben. Laut einer Statistik der norwegischen Regierung haben die Sicherheitskräfte landesweit insgesamt 42-mal damit gedroht, die Dienstwaffe zu benutzen. Schüsse wurden nur zwei abgegeben, dabei wurde kein Mensch verletzt.

Der Bericht zeigt den Einsatz der polizeilichen Schusswaffen seit 2002 auf. Daraus geht hervor, dass nur zwei Menschen in den letzten 12 Jahren getötet wurden. Zudem hatte die Polizei zehn Jahre lang kein einziges tödliches Opfer zu beklagen.

Norwegen versus USA

Laut «The Washington Post» liegt der Grund der durchaus positiven Bilanz in der Tatsache, dass die norwegische Polizei grösstenteils unbewaffnet ist. Polizisten tragen ihre Dienstwaffe nicht am eigenen Körper. Diese liegt ungeladen in einem Safe eingeschlossen im Einsatzfahrzeug. Das Land hat eine der niedrigsten Kriminalitätsraten in Europa.

Ganz anders ist die Lage in den USA. Dort sind Polizisten jederzeit bewaffnet und das widerspiegle sich in einer erschreckenden Statistik, so die «Post»: Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden in den USA 503 Personen von der Polizei erschossen.

Rückgang der Schussabgaben in der Schweiz

Wie in Norwegen sind auch Polizisten in Grossbritannien und Island oft unbewaffnet. Die britische Zeitung «The Telegraph» stellt ebenfalls einen Vergleich an: Die US-Polizei hat in den ersten 24 Tagen des laufenden Jahres 59 Menschen getötet, während in England und Wales in den letzten 24 Jahren 55 Menschen durch Schüsse einer Polizeiwaffe ums Leben kamen.

In der Schweiz ist ein kontinuierlicher Rückgang von Schussabgaben zu beobachten: In einer Statistik der polizeitechnischen Kommission heisst es, dass es im Jahr 2013 landesweit zu nur neun Schussabgaben gekommen war, während es im Jahr zuvor noch 11 Schüsse gewesen waren. In den 1990er-Jahren wurde aus Polizeiwaffen jährlich noch bis zu 83-mal geschossen.

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