Uniqlo, Skechers und Zara - Nutzen Modefirmen Zwangsarbeit der Uiguren? - Frankreichs Justiz ermittelt
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Uniqlo, Skechers und ZaraNutzen Modefirmen Zwangsarbeit der Uiguren? - Frankreichs Justiz ermittelt

Frankreich setzt seine Anti-Terror-Einheit bei den Ermittlungen um Zwangsarbeit in chinesischen Arbeitslagern ein. Der Grund: Internationale Bekleidungsketten sollen von der Ausbeutung der Uiguren in China profitieren.

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Modeunternehmen wie etwa Uniqlo, Skechers oder Zara sollen Zwangsarbeit von muslimischen Minderheiten in China nutzen. (im Bild: Uiguren-Demo in Bern)

Modeunternehmen wie etwa Uniqlo, Skechers oder Zara sollen Zwangsarbeit von muslimischen Minderheiten in China nutzen. (im Bild: Uiguren-Demo in Bern)

BZ
Geführt werden die Ermittlungen von der Abteilung für Verbrechen gegen die Menschlichkeit bei der französischen Anti-Terror-Staatsanwaltschaft.

Geführt werden die Ermittlungen von der Abteilung für Verbrechen gegen die Menschlichkeit bei der französischen Anti-Terror-Staatsanwaltschaft.

BZ
Die Antikorruptionsorganisation Sherpa und zwei andere NGOs hatten die Firmen geklagt. Sie werfen ihnen vor, sich „zu Komplizen schwerer Verbrechen“ gegen die muslimische Minderheit der Uiguren in China zu machen.

Die Antikorruptionsorganisation Sherpa und zwei andere NGOs hatten die Firmen geklagt. Sie werfen ihnen vor, sich „zu Komplizen schwerer Verbrechen“ gegen die muslimische Minderheit der Uiguren in China zu machen.

Keystone

Die französische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen zu Vorwürfen eingeleitet, dass die Modeunternehmen Uniqlo, Skechers und der Besitzer von Zara Zwangsarbeit von muslimischen Minderheiten in China nutzten. Die Untersuchung zu möglichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit sei vergangenen Monat eingeläutet worden, hiess es am Freitag aus Justizkreisen. Dabei ermittle eine Einheit der Anti-Terror-Staatsanwaltschaft. Diese hat ein besonderes Recht, auch Verbrechen ausserhalb Frankreichs zu untersuchen.

Die Ermittlungen gehen auf eine Beschwerde eines Mitglieds der Minderheit der Uiguren, das im Exil lebt, und von drei Menschenrechtsgruppen zurück. Die chinesische Regierung bestritt am Freitag, dass es in der chinesischen Provinz Xinjiang Zwangsarbeit gebe. China ist dafür kritisiert worden, dass es mehr als eine Million Uiguren und andere Muslime zu politischen Zwecken in der Region inhaftiert hat.

Zara-Hersteller hat «Nulltoleranz gegenüber Zwangsarbeit»

Belastet werden Uniqlo, das US-Schuhunternehmen Skechers, das französische Unternehmen SMCP und der spanische Hersteller Inditex, zu dem Zara gehört. Die klagenden Aktivistengruppen argumentierten, die Unternehmen profitierten von einem chinesischen System der Unterdrückung.

Das Unternehmen Uniqlo teilte der Nachrichtenagentur AP am Freitag mit, es werde vollständig mit den Behörden zusammenarbeiten, «um zu bekräftigen, dass es in unseren Lieferketten keine Zwangsarbeit gibt». Skechers hatte zuvor Zwangsarbeit durch regelmässige Prüfungen seiner Einrichtungen in China eigenen Angaben zufolge ausgeschlossen. Inditex teilte auf seiner Website mit, dass das Unternehmen einen «Nulltoleranz-Ansatz gegenüber Zwangsarbeit in irgendeiner ihrer Erscheinungsformen» habe.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

(DPA/kle)

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