Dritte TV-Debatte: Obama attackiert mit aufgepflanztem Bajonett
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Dritte TV-DebatteObama attackiert mit aufgepflanztem Bajonett

In der Aussenpolitik kann Mitt Romney dem Präsidenten das Wasser nicht reichen. Barack Obama reichten Pferde und Bajonette, um das Schiff seines Herausforderers zu versenken.

von
kri

Was bleibt von den drei TV-Debatten zwischen US-Präsident Barack Obama und seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney? Arbeitslosigkeit, Afghanistan, Autoindustrie? Nein, sondern die drei Bs, twitterte Matthew Keys von Reuters: Big Bird (Bibo), Binders (Heftmappen) und schliesslich Montagnacht Bajonette.

Romney gratulierte Obama zwar zur Tötung Osama Bin Ladens, doch hielt er ihm auch vor, die Verteidigung des Vaterlandes zu vernachlässigen: Die US-Marine besitze heute weniger Schiffe als 1917. Der Präsident konterte, die Armee habe heute auch «weniger Pferde und Bajonette». Dafür habe man Flugzeugträger und U-Boote. Das war ein Volltreffer: Mitt Romney will Oberbefehlshaber werden, denkt aber noch in Kategorien der Abnutzungskriege des frühen 20. Jahrhunderts?

Marines immer noch mit Bajonett

Wie bei den ersten beiden Bs nahm die Twitter-Spähre den Ball auch diesmal dankbar auf. Der Kurznachrichtendienst zählte in der Nacht zu Dienstag mehr als 105 000 Meldungen zum Thema. Auch Stunden später gehörte «horses and bayonets» noch zu den am häufigsten verwendeten Worten. Obamas Parteifreund John Kerry ergriff die Gelegenheit: «Ich glaube, der Präsident hat gerade Romneys Schiff versenkt», twitterte der Senator und Vietnam-Veteran. «Wir haben auch weniger Kriegshunde, weil Obama sie gegessen hat», twitterte ein Zuschauer in Anlehnung an die «Dog Wars».

Wie das Online-Magazin «Slate» festhielt, haben Bajonette durchaus ihren Platz in der Hightech-Armee der Vereinigten Staaten. Marine-Infanteristen werden noch heute an der Stichwaffe ausgebildet. In der Armee sei sie hingegen auf dem Rückzug. Da der letzte Sturm mit aufgepflanztem Bajonett schon eine Weile zurückliegt (Koreakrieg), liege der Ausbildungsfokus heute auf anderen Dingen. In der Sache hatte Obama recht: Verglichen mit den Massenheeren von einst sind heutzutage weniger Bajonette im Einsatz. Dasselbe gilt für Pferde: Die Reiterstaffel der 1. US-Kavalleriedivision dient heute vor allem zeremoniellen Zwecken.

Weniger Pferde und Bajonette:

(Video: Youtube/TheNewYorkTimes)

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