Donilon weg: Obama beruft Rice zur Sicherheits-Beraterin
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Donilon wegObama beruft Rice zur Sicherheits-Beraterin

Ursprünglich hatte Obama die 48-Jährige zur US-Aussenministerin machen wollen. Nun wird die umstrittene UN-Botschafterin Susan Rice Nationale Sicherheitsberaterin ins Weisse Haus.

von
bro
Donilon war seit dem Amtsantritt von Obama einer der engsten aussenpolitischen Berater des US-Präsidenten.

Donilon war seit dem Amtsantritt von Obama einer der engsten aussenpolitischen Berater des US-Präsidenten.

Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, Tom Donilon, tritt nach Angaben aus Regierungskreisen zurück. Seinen Posten soll die bisherige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice, übernehmen, sagte ein Vertreter des Weissen Hauses der Nachrichtenagentur AP. Noch am Mittwoch wollte Obama demnach eine entsprechende Erklärung abgeben.

Donilon war seit dem Amtsantritt von Obama einer der engsten aussenpolitischen Berater des Personalrochade im aussenpolitischen Team von Barack Obama: Die umstrittene UN-Botschafterin Susan Rice als Nationale Sicherheitsberaterin ins Weisse Haus. Tom Donilon, einer der Architekten der US-Anti-Terrorismus-Strategie, tritt zurück.

US-Präsident Barack Obama hat seine bisherige UN-Botschafterin Susan Rice zur neuen Nationalen Sicherheitsberaterin berufen. Sie folgt auf Tom Donilon, der zum 1. Juli von dem zentralen Beraterposten im Weissen Haus zurücktritt. Nachfolgerin von Rice bei den Vereinten Nationen soll die Menschenrechtsexpertin Samantha Power werden. Die Neuordnung seines Beraterteams gab Obama am Mittwoch in einer Zeremonie im Rosengarten an seinem Amtssitz bekannt.

Er nannte Rice eine «Patriotin, für die ihr Land immer an erster Stelle steht». Ursprünglich hatte Obama die 48-Jährige zur US-Aussenministerin machen wollen. Dies scheiterte jedoch am Widerstand der Republikaner, die sich über Äusserungen von Rice nach der Ermordung des US-Botschafters in Libyen 2012 empört hatten. Sie hatte damals von einer spontanen Reaktion auf ein islamfeindliches Video gesprochen - eine Einschätzung, die sich später als falsch herausstellte. Für ihr neues Amt ist keine Bestätigung durch den Senat nötig.

«A Problem From Hell»

Der 58-jährige Donilon war seit dem Amtsantritt von Obama einer der engsten aussenpolitischen Berater des US-Präsidenten. Er plante die Anti-Terrorismus-Strategie der USA mit - darunter auch den tödlichen Angriff auf Al-Kaida-Chef Osama bin Laden - und forcierte engere Beziehungen Washingtons zu Asien. Donilons Abgang in diesem Jahr war aber bereits erwartet und Rice als aussichtsreiche Kandidatin gehandelt worden.

Power, Rice' Nachfolgerin als UN-Botschafterin, war früher Beraterin im Weissen Haus. Sie leitete unter anderem das dort angesiedelte Menschenrechtsbüro. Im Februar verliess Power die Regierung. Trotzdem war sie als Favoritin für die Rice-Nachfolge gehandelt worden.

Die Absolventin der Yale-Universität und der Juristischen Fakultät von Harvard erhielt 2003 den Pulitzer-Preis für ihr Buch «A Problem From Hell: America and the Age of Genocide». (bro/sda)

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