Secret Service: Obama beschützen – nach 42 Stunden Ausbildung
Aktualisiert

Secret ServiceObama beschützen – nach 42 Stunden Ausbildung

Das US-Regierungsgebäude ist zu wenig sicher und Obamas Personenschutz braucht ein neues Konzept. Dies ergaben Abklärungen nach einer Serie von Sicherheitspannen.

Kein Zutritt, mahnt das Schild. Das hielt einen Mann im vergangenen September nicht ab, mit einem Messer bewaffnet über den Zaun zu klettern.

Kein Zutritt, mahnt das Schild. Das hielt einen Mann im vergangenen September nicht ab, mit einem Messer bewaffnet über den Zaun zu klettern.

Nach mehreren Zwischenfällen im Umfeld von US-Präsident Barack Obama hat ein unabhängiges Gutachten schwere Mängel beim Secret Service festgestellt.

Die Leibwächter des Präsidenten seien völlig überarbeitet und ihre Ausbildung mit durchschnittlich 42 Stunden viel zu kurz, hiess es am Donnerstag in der öffentlich zugänglichen Zusammenfassung eines geheimen Berichts der Untersuchungskommission.

Weisses Haus braucht höheren Schutzzaun

Die erste Empfehlung der Gutachter lautet jedoch, das Weisse Haus mit einem neuen, mindestens 1,5 Meter höheren Zaun zu versehen. Der neue Zaun dürfe auch keine Querstreben oder andere Elemente mehr enthalten, die Unbefugten das Klettern erleichtern könnten. Der gegenwärtige ist etwa 2,30 Meter hoch.

Über diesen Zaun war Mitte September ein Irak-Veteran mit einem Messer geklettert und bis ins Gebäude vorgedrungen, bis er von einem Agenten gestoppt wurde, der eigentlich schon im Feierabend war. Im September war ein bewaffneter und vorbestrafter Mitarbeiter eines privaten Wachdienstes bei einem Obama-Besuch in Atlanta mit dem Präsidenten im Aufzug gefahren.

Neuen Direktor von ausserhalb rekrutieren

Nach dem Zaun-Vorfall trat die Secret-Service-Chefin Julia Pierson zurück. Das Gremium empfiehlt nun, dass der neue Direktor möglichst von ausserhalb der Behörde kommen sollte.

Für das Gutachten im Auftrag des Ministeriums für Innere Sicherheit wurden weit mehr als 100 Zeugen und Fachleute befragt. Viele weitere Sicherheitsempfehlungen wurden als geheim eingestuft. (sda)

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