US-Wahlkampf: Obama ernennt Biden als Vize
Aktualisiert

US-WahlkampfObama ernennt Biden als Vize

Präsidentschaftskandidat Barack Obama hat seinen potenziellen Stellvertreter benannt: Joe Biden, Senator von Delaware, soll Vizepräsident werden, falls Obama im Januar ins Weisse Haus einzieht. Das gab Obama am Samstag auf seiner Website bekannt.

Die offizielle Mitteilung bestätigte Angaben von Gewährsleuten aus der Demokratischen Partei. Pikanterweise gehörte Biden innerhalb der Demokratischen Partei zu den schärfsten Kritikern Obamas. Ein Kommentator des amerikanischen Nachrichtensenders «CNN» spekulierte deshalb, dass man in nächster Zeit zuhauf vernichtende Zitate Bidens über Obamas Unfähigkeit vernehmen werde.

Der katholische Politiker Biden aus dem Staat Delaware ist der Vorsitzende des Aussenpolitischen Ausschusses im Senat. Der gelernte Jurist war in der Vergangenheit auch Vorsitzender des Justizausschusses im Senat und verfügt über Erfahrung in Verteidigungsfragen. Die Gewährsperson, die die Information weitergab, wollte namentlich nicht genannt werden, um Obama nicht vorzugreifen.

Der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten will heute gemeinsam mit seinem «Running Mate» bei einer Wahlkundgebung in Springfield, der Hauptstadt seines Heimatstaates Illinois auftreten.

Biden galt zuletzt als Favorit unter den möglichen Kandidaten. Er wurde 1973 im Alter von 29 Jahren in den Senat gewählt und bringt als Vorsitzender des Aussenpolitischen Ausschusses sehr viel Auslandserfahrung mit sich - genau das, was Obama nur im begrenzten Masse vorweisen kann. Kritiker könnten Obama angesichts der Entscheidung für Biden allerdings vorwerfen, dass es ihm an Selbstvertrauen in seine eigenen aussenpolitischen Einsichten fehle.

Zudem hat sich Biden in seiner Karriere nicht immer rühmlich hervorgetan. Seine Bewerbung um die Präsidentschaft 1988 zog er vorzeitig zurück, nachdem er dabei ertappt worden war, Passagen aus einer Rede des damaligen britischen Labour-Party-Vorsitzenden Neil Kinnock gestohlen zu haben. Auch diesmal hatte er eine eigene Bewerbung eingereicht, gab jedoch schon nach der ersten Vorwahl in Iowa wegen Erfolglosigkeit auf. Mit kontroversen Äusserungen hat er sich mitunter auch Rassismusvorwürfe eingehandelt.

(Quelle: AP/CNN)

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