Skandal-Gouverneur: Obama feilschte nicht mit «Blago»

Aktualisiert

Skandal-GouverneurObama feilschte nicht mit «Blago»

Der designierte US-Präsident Barack Obama hat nach Angaben seines Übergangsteams keine Kontakte zum beschuldigten Gouverneur Rod Blagojevich über die Neubesetzung seines frei werdenden Senatssitzes gehabt.

Auch seine Mitarbeiter hätten keine unangemessenen Diskussionen über dieses Thema mit dem Beschuldigten geführt. Dies habe eine Prüfung aller Kontakte Obamas und seiner Mitarbeiter ergeben, teilte das Übergangsteam am Dienstag mit. Zwar habe Obamas künftiger Stabschef Rahm Emanuel ein oder zweimal mit Blagojevich und mehrmals mit dessen Stabschef gesprochen. Doch habe er dabei nur die Namen geeigneter Kandidaten für den Senatsposten genannt. Niemals sei es in den Gesprächen um mögliche Vorteile für den Gouverneur gefeilscht worden.

Dem 52-jährigen Gouverneur des Bundesstaates Illinois wird unter anderem vorgeworfen, er habe den freiwerdenden Senatssitz Obamas meistbietend verkaufen wollen. Blagojevich war kürzlich wegen Korruptionsverdachts verhaftet worden und kam nur gegen Kaution wieder frei.

Obama hatte bereits mehrfach beteuert, mit dem Fall nichts zu tun zu haben. Zugleich hatte er sein Team angewiesen, alle Fakten nochmals zu überprüfen.

Blagojevich selbst bestreitet jegliche Schuld und lehnt Rücktrittsforderungen kategorisch ab. Er kündigte an, um seinen Verbleib im Amt kämpfen zu wollen. Allerdings steht im Kongress des Bundesstaates ein Amtsenthebungsverfahren bevor. Zudem droht ihm ein Strafprozess. Die Bundespolizei FBI hatte Telefongespräche des Gouverneurs abgehört und betrachtet ihn als überführt.

(sda)

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