Aktualisiert

Demo in WashingtonObama-Hasser verbreiten falsches Foto

Die Gegner von US-Präsident Barack Obama machten am Samstag in Washington mobil. Das Ausmass der Grossdemo sollte unter anderem mit einem Foto belegt werden – einem nicht mehr ganz taufrischen allerdings.

von
pbl

Mehrere zehntausend Menschen beteiligten sich am samstäglichen Protestmarsch gegen Obamas Reformpläne zum Kapitol, dem Sitz des US-Kongresses. Auf Plakaten kritisierten einige Demonstranten, der Präsident wolle die USA in Richtung Sozialismus führen. Auf einem Plakat war zu lesen «Ich bin nicht ihr Geldautomat», auf einem anderen war Obamas Foto mit einem Hitler-Bärtchen verunziert.

Zu der Demonstration hatte die Bürgerbewegung «FreedomWorks»

(Freiheit funktioniert) aufgerufen, die sich für niedrigere Steuern und weniger staatlichen Einfluss einsetzt. Vor allem die Gesundheitsreform des Präsidenten ist ihr ein Dorn im Auge. Nach offiziellen Schätzungen nahmen 60 000 bis 70 000 Menschen an der Kundgebung teil – offenbar zu wenig für die Organisatoren. FreedomWorks-Präsident Matt Kibbe sprach von 1 bis 1,5 Millionen Teilnehmern und berief sich auf den Radio- und TV-Sender ABC.

Museum fehlt auf dem Bild

Dieser distanzierte sich auf seiner Website und betonte, man habe nie eine solche Zahl in die Welt gesetzt. Kibbe entschuldigte sich und erklärte, er habe sich auf Twitter-Meldungen bezogen. Da war die von ihm genannte Zahl bereits auf dem viralen Weg in Blogs und sozialen Netzen verbreitet worden und auf 2 Millionen angewachsen. Zum Beleg für den Grossaufmarsch wurde eine Luftaufnahme beigefügt, die eine in der Tat imposante Menge auf der Mall zwischen Kapitol und Washington Monument zeigt.

Doch auch damit hatten die Obama-Hasser einen Flop produziert. Die Website politifact.com der Zeitung «St. Petersburg Times» analysierte das Bild und stellte rasch fest, dass das 2004 eingeweihte National Museum of the American Indian nicht zu sehen ist. Die Abklärungen ergaben, dass es sich um eine Kundgebung der christlichen Vereinigung «Promise Keepers» aus dem Jahr 1997 handeln musste.

Einige konservative Blogs haben das Foto laut «Huffington Post» entfernt, andere ihre Einträge korrigiert. Und wieder andere behaupten, es habe sich um eine «linke Verschwörung» gehandelt, um die Bewegung zu diskreditieren.

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