Obama hofft auf Durchbruch
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Obama hofft auf Durchbruch

In Indiana und North Carolina beginnt für Barack Obama und Hillary Clinton heute der Endspurt ihres Vorwahlkampfs. Viele hoffen auf eine Entscheidung, doch die ist nicht in Sicht.

In North Carolina lag Obama Umfragen zufolge in Führung. In Indiana konnte Clinton dagegen nach jüngsten Umfragen ihren Konkurrenten knapp überflügeln. Zuvor war ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet worden. In den beiden US-Staaten sind insgesamt 187 Delegiertenstimmen zu vergeben.

Zuvor hatte Obama gemäss CNN den Dienstag als möglichen «Durchbruch» zu seinen Gunsten bezeichnet, falls er in beiden Staaten gewinnen sollte. Das dürfte kaum der Fall sein. Entspricht das Endergebnis den Umfragen, dann wäre die demokratische Partei vielmehr gleich weit wie vor zwei Wochen nach der Vorwahl in Pennsylvania.

Obama in Nöten

Die New Yorker Senatorin könnte selbst bei einem Sieg in Indiana kaum die erhoffte Trendwende einleiten. Obama wiederum hätte es einmal mehr verpasst, in einem Staat mit vielen Wählern aus der weissen Arbeiterschaft zu reüssieren. Sein Vorsprung in fast allen Bereichen wäre zwar nicht gefährdet, doch er hätte weiter mit Zweifeln an seiner Fähigkeit zu kämpfen, er könne sich bei der Wahl um die Nachfolge von George W. Bush gegen den designierten republikanischen Kandidaten John McCain durchsetzen.

Seit der Vorwahl in Pennsylvania muss sich der Senator aus Illinois mit Vorwürfen herumschlagen, er sei «elitär». Zu schaffen machten ihm zudem die jüngsten Auftritte seines ehemaligen Pfarrers Jeremiah Wright, in denen er seine Angriffe auf die USA wiederholte. Obamas Umfragewerte sackten darauf ab, erholten sich jedoch wieder.

«Das wird ein knappes Rennen»

Beide Kandidaten warben vor den Abstimmungen erbittert um jede Stimme. Hillary Clinton bekräftigte angesichts der hohen Spritpreise in den USA ihren Vorschlag einer vorübergehenden Steuervergünstigung. «Ich glaube, wir sollten langsam für die Mehrheit der Amerikaner eintreten, die die enormen Benzinpreise zahlen», sagte die Senatorin auf einer Wahlkampfveranstaltung in Evansville im Staat Indiana.

Barack Obama kritisierte diese Pläne als reine Spielerei. Diese Ansicht unterstützten 230 Wirtschaftswissenschaftler - darunter vier Nobelpreisgewinner und Wirtschaftsberater ehemaliger US-Präsidenten - in einem offenen Brief, der am Montag veröffentlicht wurde. Obama warb bei einer Wahlkampfveranstaltung in einem Auto-Zulieferbetrieb in Indianapolis um Stimmen und schüttelte jedem Angestellten die Hand. «Ich brauche die Hilfe von jedem», sagte der Senator. «Das wird ein knappes Rennen.»

Entscheidung Anfang Juni?

Die letzten Vorwahlen werden Anfang Juni stattfinden. Die Führung der demokratischen Partei drängt darauf, dass danach eine Entscheidung fällt. Da beide Bewerber nicht auf die nötige Zahl von 2025 Delegiertenstimmen kommen dürften, würden die so genannten Superdelegierten den Ausschlag geben. Obama konnte sich am Montag die Unterstützung von zwei weiteren dieser in ihrem Stimmverhalten nicht festgelegten Delegierten sichern. Er kann nun 255 Superdelegierte zählen, Clinton auf 269.

(pbl/ap)

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