WASHINGTON: Obama kämpft um seine Normalität
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WASHINGTONObama kämpft um seine Normalität

Ständige Bewachung und Abschied von den engsten Freunden: Barack Obama und seiner Familie steht mit dem Umzug ins Weisse Haus eine grosse Veränderung bevor.

Obama (47) habe seine Seele mit einem routinereichen Leben in Chicago gepflegt, sagten Freunde des künftigen US-Präsidenten. Doch nun muss er sein Zuhause verlassen und in das unpersönliche Weisse Haus ziehen – in eine Stadt, in der er sich nie sonderlich wohl gefühlt hatte.

Schon heute werden er und seine Familie ständig bewacht: Nur dreimal hat Obama seit der Wahl abends sein Haus verlassen. Doch selbst beim romantischen Abendessen mit seiner Frau Michelle (44) in einem teuren italienischen Restaurant wurden sie vom Geheimdienst begleitet und von einer Menschenmenge umzingelt. Obamas Besuche bei dem Mann, der seit 15 Jahre seine Haare schneidet, oder die Mittagspausen in einem Restaurant in seiner Nachbarschaft gehören der Vergangenheit an.

Nur am Freitag erlaubte er sich mit dem Besuch eines Cafés eine seltene Freiheit. «Ich bin einfach froh, draussen zu sein», sagte er. Auch Freunde berichteten, Obama fühle sich ein wenig eingesperrt. Er geniesse aber die letzten Wochen in Chicago und verbringe so viel Zeit wie möglich mit seiner Familie. «Viele der kleinen Routinen gehen verloren. Eine der Herausforderungen wird sein, normal zu bleiben», so Obama in einem Interview.

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Obamas Team

Die Regierungsmannschaft von Barack Obama wird sich hauptsächlich aus zwei Gruppen zusammensetzen: seinen eigenen langjährigen Vertrauten und bewährten Experten aus dem Team des letzten demokratischen Präsidenten Bill Clinton. Seine bisherige Konkurrentin Hillary Clinton wird als Aussenministerin gehandelt. Andere Spitzenvertreter aus dem Clinton-Lager hat Obama bereits in hohe Ämter berufen: Rahm Emanuel, Clintons einstiger Topberater, soll Stabschef werden. Timothy Geithner, Präsident der New Yorker Notenbank, wird das Finanzressort leiten. Für die Kommunikation werden David Axelrod, Obamas bisheriger Medienstratege, und Va-lerie Jarrett, eine langjährige Freundin, verantwortlich sein.

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