Arbeitslosenquote: Obama kann aufatmen
Aktualisiert

ArbeitslosenquoteObama kann aufatmen

Noch nie wurde ein amtierender US-Präsident wiedergewählt, wenn die Arbeitslosenquote über 8 Prozent lag. Mit 7,9 Prozent liegt Barack Obama knapp darunter.

von
Hans Peter Arnold
Heute fällt der Vorentscheid in der US-Präsidentschaftswahl.

Heute fällt der Vorentscheid in der US-Präsidentschaftswahl.

In den USA ist die Arbeitslosenrate im Oktober leicht auf 7,9 Prozent gestiegen, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Vier Tage vor den Präsidentschafts- und Kongresswahlen in den USA wurden die Zahlen mit Spannung erwartet. Die wirtschaftliche Lage war eines der wichtigsten Themen im Wahlkampf. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hatte Amtsinhaber Barack Obama vorgeworfen, nicht genug für die Belebung der Wirtschaft getan zu haben. Im vergangenen Monat konnte Obama einen leichten Erfolg verbuchen, als die Arbeitslosenrate von 8,2 auf 7,8 Prozent sank.

Analysten hatten erwartet, dass die Arbeitslosenquote vor allem aus saisonalen Gründen um einen Zehntelpunkt auf 7,9 Prozent ansteigen wird. Für Experten ist klar, dass Werte über acht Prozent US-Präsident Barack Obabma schaden könnten. Wenigstens teilweise wären dadurch die Good News der vergangenen Tage kompensiert worden.

Was die Geschichte lehrt

Das Hamburger Wirtschaftsinstitut (HWWI) kam in seiner Untersuchung zu folgendem Ergebnis: Sobald die Arbeitslosenquote sieben Prozent übersteigt, wird es für wieder kandidierende Präsidenten schwierig. Das HWWI erwähnt die Amtszeiten von Gerald Ford, Jimmy Carter, Ronald Reagan und GeorgeBush senior. Ford, Carter und Bush wurden abgewählt. Reagan wiederum konnte noch während der Amtszeit die Quote erheblich reduzieren. Anders bei Bush senior: Als Bush Anfang 1993 abtreten musste, lag die Arbeitslosenquote bei 7,3 Prozent. Während des Wahlkampfs gegen Bill Clinton stieg die Quote auf ein Mehrjahreshoch von 7,8 Prozent. Das hatte Bush den Kopf gekostet.

Obama bisher mit Rückenwind

Obama profitierte in den vergangenen Wochen vom Krisenmanagement angesichts der Hurrikans Sandy. Auch die jüngsten Arbeitsmarktdaten spielten ihm in die Hände. Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe ist in der vergangenen Woche gefallen. Nach Mitteilung des Arbeitsministeriums stellten 363 000 Menschen einen Antrag auf Unterstützung; 9000 weniger als in der Woche zuvor. Die Analysten hatten eine höhere Zahl erwartet. Zum Vergleich: Im April 2009 ersuchten 669 000 Amerikaner um Arbeitslosenunterstützung.?

Gestern ein erneuter Erfolg für Obama: Die US-Wirtschaft hat im Oktober so viele Jobs geschaffen wie seit acht Monaten nicht mehr. Ihre Zahl legte um 158 000 zu - der stärkste Zuwachs seit Februar. Auch ist die Konsumentenstimmung des Conference Board markant um vier Zähler auf 72,5 Punkte gestiegen.

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