Erich Gysling: «Obama muss die Hoffnungen erhalten können»
Aktualisiert

Erich Gysling«Obama muss die Hoffnungen erhalten können»

Die US-Wahlen sind gelaufen, Barack Obama steht als Sieger fest. USA-Kenner Erich Gysling erklärt gegenüber 20 Minuten Online, warum das Verdikt der Amerikaner so klar ausgefallen ist.

Herr Gysling, Barack Obama hat einen klaren Sieg errungen. Warum dieses deutliche Verdikt?

Die Leute haben die Bush-Jahre und die ganze Bush-Rhetorik satt, und sie hatten Angst, dass McCain etwas Ähnliches gemacht hätte wie Bush. Deshalb jetzt dieser deutliche Sieg für Barack Obama.

Wie erklären Sie sich die historisch hohe Stimmbeteiligung?

In den USA herrscht die Stimmung vor: Es muss jetzt etwas gehen! Darum strömten die Stimmberechtigten an die Urnen wie nie zuvor.

Glauben Sie, dass tatsächlich etwas gehen wird?

Die Menschen in den USA haben wahrhaftig grosse Erwartungen an Barack Obama. Kurzfristig wird sich aber auch unter Präsident Obama nicht viel ändern – auf jeden Fall nicht schlagartig.

Was bedeutet der Machtwechsel für uns Europäer?

Einstweilen noch nicht viel. Die ersten Änderungen der neuen Administration werden eher im Innern als in der Aussenpolitik zu spüren sein. Obama will die Krankenversicherung für alle einführen. Die Amerikaner sind heute noch weit davon entfernt. Daneben hat Obama Steuererleichterungen für 95 Prozent der Bevölkerung in Aussicht gestellt. Das dürfte allerdings sehr schwierig werden.

Welches ist die grösste Herausforderung für Barack Obama?

Obamas grösste Herausforderung wird sein, die riesigen Hoffnungen, die in ihn gesetzt werden, erhalten zu können.

(erf)

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