Ramallah: Obama pocht auf die Zwei-Staaten-Lösung

Aktualisiert

RamallahObama pocht auf die Zwei-Staaten-Lösung

Barack Obama hat am zweiten Tag seiner Nahostreise den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas getroffen. Zuvor ging er aber noch ins Museum.

Lächeln für die Kamera: Obama und Abbas in Ramallah.

Lächeln für die Kamera: Obama und Abbas in Ramallah.

US-Präsident Barack Obama ist zu einem Gespräch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah im Westjordanland eingetroffen. Abbas begrüsste Obama am Donnerstag in seinem Amtssitz Mukata mit militärischen Ehren.

Obama hat die Palästinenser zur Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen mit Israel auch ohne einen Siedlungsstopp aufgerufen. Dies hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bisher zur Voraussetzung von Gesprächen gemacht.

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«Wenn es Gespräche nur geben kann, wenn vorher schon alles geregelt ist, dann werden wir nie zu den weiterreichenden Fragen kommen», antwortete Obama am Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Abbas in Ramallah auf eine Frage zur israelischen Siedlungspolitik.

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Zugleich kritisierte Obama erneut die israelische Siedlungspolitik: «Wir halten die Siedlungsaktivitäten nicht für etwas Konstruktives oder Angemessenes, für etwas, das den Friedensprozess voranbringen könnte».

Eine Zwei-Staaten-Lösung halte er zwar immer noch für möglich, allerdings werde sie schwieriger. «Sie ist unsere beste und eigentlich auch einzige Chance, die friedliche Lösung aller Konflikte zu erreichen», betonte er.

Das wichtigste Ziel müsse es sein, Souveränität für die Palästinenser und Sicherheit für die Israelis herzustellen. «Wenn wir das hinbekommen, dann haben wir auch eine Lösung für die Siedlungsfrage», meinte Obama.

Abbas bezeichnete eine Friedensregelung in Nahost als «notwendig und unvermeidbar». «Wir glauben, dass es möglich ist», sagte er. Die Palästinenser hofften auf ein unabhängiges Leben in einem künftigen Palästinenserstaat in den Grenzen vor dem Sechstagekrieg von 1967 mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

(Video: YouTube/ONEINDACHAMBER187)

Obama im Museum

US-Präsident Barack Obama hatte zum Auftakt seines zweiten Besuchstages in Israel eine Besichtigung der jahrtausendealten Schriftrollen vom Toten Meer und israelischer Hochtechnologie begonnen.

Bei einem Rundgang durch das Israel-Museum in Jerusalem wurde er am Donnerstag von dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu begleitet.

Auf den Qumran-Schriftrollen vom Toten Meer sind unter anderem die bislang ältesten handschriftlichen Bibel-Texte aus dem antiken Judentum festgehalten. Sie sind zum Teil auf Hebräisch abgefasst und Ausweis der historischen Wurzeln der Juden in der Region. Die ältesten datieren aus dem 3. Jahrhundert vor Christus, die jüngsten aus dem späten ersten Jahrhundert nach Christus.

Anschliessend sollten dem US-Präsidenten Errungenschaften der israelischen Hochtechnologie vorgeführt werden wie etwa eine besonders leistungsfähige und leichte Batterie, ein System zur Erhöhung der Sicherheit im Strassenverkehr sowie Hilfen für Behinderte, die ihnen das Gehen ermöglichen oder einen Computern per Gehirnstrom steuern lassen sowie als kleiner Roboter zur Hand gehen.

(Video: YouTube/juanatanan) (sda)

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