Nahostreise: Obama redet Israels Jugend ins Gewissen
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NahostreiseObama redet Israels Jugend ins Gewissen

In Jerusalem appellierte US-Präsident Barack Obama an israelische Studenten, sich in die Lage der Palästinenser zu versetzen. Damit erntete er Applaus, aber auch Buhrufe.

von
bem

Vor israelischen Studenten in Jerusalem sagte Obama gestern Nachmittag, die USA seien der beste Freund Israels und zugleich der wichtigste Verbündete. «Solange es die USA gibt, sind Sie nicht alleine», sagte er vor voll besetzten Reihen. Dass er zwischendurch Hebräisch sprach, wurde vom Publikum mit einer Standing Ovation belohnt.

Das Publikum applaudierte nicht nur bei der Zusicherung begeistert, dass niemand Israel das Recht auf einen jüdischen Staat absprechen könne, sondern auch, wenn Obama beispielsweise den Siedlungsbau in den besetzten Gebieten brandmarkte. Vereinzelte Buhrufe quittierte der Präsident mit der Bemerkung, er fühle sich dabei ganz wie zu Hause.

Friede als Voraussetzung für Sicherheit

Obama versprach, Amerika werde bei Israels Sicherheit keine Kompromisse eingehen, insbesondere nicht mit Blick auf die Bedrohung durch den Iran und sein Atomprogramm.

Der Frieden mit den Palästinensern sei aber eine Voraussetzung für die Sicherheit und das Fortbestehen des jüdischen Staates, sagte Obama. «Das Recht der Palästinenser auf Selbstbestimmung und Gerechtigkeit muss (...) anerkannt werden», sagte er. Israel habe mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und dem palästinensischen Ministerpräsidenten Salam Fajad «echte Partner» für Friedensbemühungen.

Verdienstorden für Obama

«Versetzen Sie sich in ihre Lage - schauen Sie sich die Welt durch ihre Augen an. Es ist nicht fair, dass ein palästinensisches Kind nicht in einem eigenen Staat aufwachsen kann und mit der Präsenz einer ausländischen Armee leben muss, die die Bewegung seiner Eltern Tag für Tag kontrolliert», sagte Obama zu den Studenten.

Zuvor hatte Obama in Ramallah im Westjordanland Palästinenserpräsident Mahmud Abbas getroffen und hatte sich in einem Jugendzentrum ein Wissenschaftsexperiment zeigen lassen. Die Jugendlichen hatten für den US-Präsidenten auch getanzt.

Am Abend wurde Obama bei einem Staatsdiner die höchste zivile Auszeichnung des Landes verliehen, der Israelische Verdienstorden des Präsidenten.

Obamas Nahostreise begann am Mittwoch und endet heute Freitag. Sein Aussenminister John Kerry werde aber noch für weiterführende Gespräche in Israel bleiben, verlautete aus Regierungskreisen.

(bem/sda)

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