Aktualisiert 20.12.2011 16:45

Weihnachten auf Hawaii

Obama reif für die Insel - für vier Millionen Dollar

So teuer waren Ferien von US-Präsidenten noch nie: Der diesjährige Hawaii-Trip der Familie Obama wird amerikanische Steuerzahler über vier Millionen Dollar kosten.

von
Martin Suter
An diesem exklusiven Strandabschnitt in Kailua hat Familie Obama ein Haus gemietet.

An diesem exklusiven Strandabschnitt in Kailua hat Familie Obama ein Haus gemietet.

Je stärker sich die USA verschulden, desto länger werden die Ferien ihres Präsidenten. Für das diesjährige Weihnachtsfest haben die Obamas 17 Tage auf Hawaii eingeplant. Noch ist Barack Obama aber nicht auf der Pazifikinsel angekommen, auf der er geboren wurde und seine Jugend verbrachte. Der Präsident will in Washington ausharren, bis sich die Demokraten und Republikaner im Kongress darauf verständigt haben, die Arbeitslosenhilfe und einen Steuerrabatt bei den Lohnnebenkosten ins nächste Jahr hinein zu verlängern.

Michelle Obama ist bereits am Samstag mit den beiden Töchtern Malia (13) und Sascha (10) auf der Hauptinsel Oahu eingetroffen. Wie die gut informierte Online-Zeitung «Hawaii Reporter» vermeldet, hat sich Amerikas «First Family» in einem Haus an einem noblen Strandabschnitt des Städtchens Kailua eingerichtet. Es soll sich ein paar Nummern nördlich des «Winter White House» getauften Anwesens befinden, wo die Obamas vor einem Jahr residierten.

Das Haus grenzt an einen fast fünf Kilometer langen Strand, der für weissen Sand, türkisfarbenes Meer und spektakuläre Sonnenaufgänge berühmt ist. Der Experte Stephen Leatherman alias «Dr. Beach» verlieh Kailua 1998 die Auszeichnung des besten Strand des Landes. Die Obamas bezahlen die auf rund 60 000 Dollar geschätzte Miete des Hauses selbst. Aber das ist der kleinste Teil der Kosten, die durch ihre Ferien entstehen.

Teurer Flug mit «Air Force One»

Schon die Entscheidung Michelles, unabhängig von ihrem Mann nach Hawaii zu fliegen, belastet die Staatskasse mit mindestens 100 000 Dollar: Zu den etwa 60 000 Dollar für das separate Militärflugzeug ist noch einmal gut die Hälfte für Sicherheits- und Dienstpersonal zu addieren. Der ganz grosse Posten ist der Flug der Präsidentenjumbos «Air Force One». Wie die US-Luftwaffe letztes Jahr bekannt gab, kostet eine Flugstunde 181 757 Dollar. Laut «Hawaii Reporter» ergibt dies bei je neun Flugstunden hin und zurück 3 271 622 Dollar.

Damit nicht genug: Den Jumbo begleitet ein Frachtflugzeug, mit dem ein Helikopter, Limousinen und weiteres Personal nach Hawaii fliegen. Geschätzte Kosten: 258 000 Dollar. Die Sicherheitskommandos des Secret Service, der Küstenwache und der Navy-SEAL-Spezialtruppen, die Obama beschützen, müssen auch irgendwo wohnen. Bei 200 Dollar pro Zimmer belaufen sich diese Kosten auf 151 200 Dollar. Andere Mitarbeiter Obamas sind im Moana Surfrider untergebracht, einem der ältesten und elegantesten Hotels von Hawaii. Kostenpunkt: 72 216 Dollar.

Kosten für örtliche Steuerzahler

Sogar die örtlichen Steuerzahler werden zur Kasse gebeten. In früheren Jahren kosteten die Überstunden der Polizei jeweils eine Viertelmillion Dollar. Zusammen mit 10 000 Dollar für ein ständig präsentes Ambulanzfahrzeug entstehen Kailua Aufwendungen von 260 000 Dollar. Somit kosten die Weihnachtsferien der Obamas gesamthaft 4 113 038 Dollar.

Nur wenige Amerikanerinnen und Amerikaner werden dem Präsidenten die Ferien missgönnen. Doch die hohen Kosten der Hawaii-Reise kontrastieren ungünstig mit dem Gebot des Sparens und der Tatsache, dass sich derzeit sehr viele Bürger nach der Decke strecken müssen.

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