Wahlkampf extrem: Obama schläft sogar in der Air Force One
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Wahlkampf extremObama schläft sogar in der Air Force One

Dass der Wahlkampf in die richtig, richtig heisse Phase kommt, zeigt sich, wenn der Präsident nicht einmal mehr zum Schlafen landet. Barack Obama übernachtet heute an Board der Air Force One.

von
jbu

US-Präsident Barack Obama nächtigt an Bord der Air Force One. Nicht, dass Mr. President der Sinn nach einem Abenteuertrip stünde – die Übernachtung in der Präsidentenmaschine ist beruflicher Natur.

Denn knapp zwei Wochen vor der Wahl des neuen US-Präsidenten heisst es für Amtsinhaber Barack Obama und seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney winken, Reden schwingen und Hände schütteln – und dann gleich alles nochmals von vorne.

Barack Obama legt alleine am Mittwoch 8500 Flugkilometer zurück - zwei Mal quer durchs ganze Land, von Washington über Iowa, Colorado, Kalifornien und Nevada und dann über Nacht weiter nach Florida. Zeit, in einem Hotel abzusteigen, bleibt da nicht.

Zuversicht in beiden Lagern

Auch der Republikaner Mitt Romney legt noch einen Zahn zu und konzentriert sich auf die wenigen Staaten, die noch als unentschieden gelten. Seine Stationen sind Nevada und Iowa am Mittwoch sowie drei Termine in Ohio am Donnerstag.

Beide Kandidaten geben sich demonstrativ kampfeslustig und zuversichtlich. Obwohl sich nach der dritten und letzten TV-Debatte der Konkurrenten nicht viel an den Umfrageergebnissen geändert hat, behaupten beide Lager, einen Vorsprung auszubauen. «Wir haben den Ball, wir haben die Führung», erklärte Obamas Wahlkampfmanager David Axelrod. Dass der Amtsinhaber so weiterzumachen verspreche wie bisher, sei der Grund dafür, «dass er zurückrutscht und wir zulegen», verkündete dagegen Romney.

Werben um Unentschlossene und Frühwähler

Damit ihnen neben dem Werben um die relativ kleine Schar der Unentschlossenen auch ja keine vermeintlich sichere Stimme durch die Lappen geht, versuchen beide die eigene Anhängerschaft zur vorzeitigen Stimmabgabe zu mobilisieren. In den Staaten, wo das «early voting» möglich ist, haben 4,4 Millionen Bürger schon davon Gebrauch gemacht. Obama selbst will am Donnerstag ein Beispiel geben und einen Abstecher nach Chicago einlegen, um als erster US-Präsident frühzeitig zu wählen.

Während Obama und Romney auf Hochtouren um letzte Stimmen weibeln, lassen sich die Anhänger der beiden Kandidaten zu teils fragwürdigen Aktionen hinreissen, die den Wahlkampf in letzter Sekunde noch zugunsten ihres Favoriten beeinflussen sollen. Prominente Unterstützer beider Seiten drohten in den letzten Tagen mit einer «october surprise», die alles ins Wanken bringen könne. (jbu/dapd)

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