Kanada reagiert pikiert: Obama stoppt riesiges Pipeline-Projekt
Aktualisiert

Kanada reagiert pikiertObama stoppt riesiges Pipeline-Projekt

Es hätte eine gigantische Ölpipeline zwischen Kanada und Texas werden sollen. Doch jetzt hat die US-Regierung das Sieben-Milliarden-Projekt gestoppt. Noch ist das Nein aber nicht endgültig.

Präsident Obama sorgt sich um das sensible Ökosystem Mittleren Westen der USA. Im Bild: Der Zielpunkt eines weiteren Pipeline-Grossprojekts in Douglas Channel/Kanada, das vom Entscheid nicht betroffen ist.

Präsident Obama sorgt sich um das sensible Ökosystem Mittleren Westen der USA. Im Bild: Der Zielpunkt eines weiteren Pipeline-Grossprojekts in Douglas Channel/Kanada, das vom Entscheid nicht betroffen ist.

Die Regierung von US-Präsident Barack Obama verweigert einem umstrittenen Pipelineprojekt zwischen den USA und Kanada die Baugenehmigung. Die kanadische Firma TransCanada hat nun die Möglichkeit, eine alternative Route für die Leitung vorzuschlagen.

Das für das Projekt zuständige US-Aussenministerium lehnte den Antrag von TransCanada für die Ölpipeline Keystone XL ab. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus Regierungskreisen in Washington.

Die geplante 2700 Kilometer lange und sieben Milliarden Dollar teure Pipeline, die von den Ölvorkommen in der kanadischen Provinz Alberta bis zu den Raffinierien im US-Bundesstaat Texas führen soll, stösst bei Umweltschützern auf heftige Kritik.

Sorgen um das sensible Ökosystem im Mittleren Westen

Die US-Behörden hatten in der Vergangenheit Bedenken geäussert, weil die Leitung das sensible Ökosystem Sandhills im Mittleren Westen der USA queren sollte.

Obamas Regierung hatte ihre Entscheidung über das Projekt im November eigentlich um ein Jahr auf 2013 verschoben. Die Republikaner warfen dem Präsidenten daraufhin vor, die Sorgen der Umweltschützer über die durch die Pipeline entstehenden neuen Arbeitsplätze zu stellen.

Im Dezember setzten sie im Kongress als Teil eines Kompromisses zur Budgetpolitik durch, dass die Regierung bis zum 21. Februar einen Entschluss fassen müsse. Damit bleibe nicht genug Zeit für eine ordentliche Prüfung vor der von den Republikanern gesetzten Frist, erklärte Obama. Deshalb habe er eine Entscheidung über Pläne für den Bau der Pipeline erst einmal abgelehnt.

Tadel und Lob - Bittere Enttäuschung in Kanada

Der republikanische Chef des Repräsentantenhauses, John Boehner, kritisierte vor Journalisten den abschlägigen Entscheid. «Das ist nicht gut für unser Land», sagte er.

Der Unweltaktivist Bill McKibben, der den Protest gegen das Keystone-XL-Projekt anführt, lobte Obama dagegen für den «mutigen» Entschluss. Der Präsident habe sich der «Lobby für fossilen Treibstoff» entgegengestellt, erklärte McKibben.

Der kanadische Premierminister Stephen Harper zeigte sich von dem Entscheid «tief enttäuscht». Gleichzeitig zeigte sich die kanadische Regierung aber zuversichtlich, dass die Keystone-XL-Pipeline schliesslich doch noch genehmigt wird. Die Pipeline ist für Kanada von grosser Bedeutung, um das Öl aus der Ölsandproduktion in der Provinz Alberta exportieren zu können. In der Region liegen die drittgrössten bekannten Ölreserven der Welt. (sda/dapd)

Deine Meinung