Aktualisiert 11.06.2008 20:26

US-WahlenObama trennt sich von Berater

US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama hat sich von einem Berater getrennt, gegen den Vorwürfe der Vorteilsnahme bei einem Immobiliengeschäft bekannt wurden. Jim Johnson war mit der Suche nach einem Kandidaten für das Amt des Vize betraut.

Der Berater Jim Johnson gebe seinen Posten als Chef des Sondierungskomitees für die Auswahl eines Kandidaten für die Vizepräsidentschaft auf, um nicht zur Belastung für den Wahlkampf zu werden, erklärte Obama am Mittwoch in einer schriftlichen Mitteilung.

«Jim wollte auf keinen Fall ablenken von der wichtigen Aufgabe, Informationen über meinen Vize-Kandidaten zu sammeln», hiess es darin weiter.

Erst in der vergangenen Woche hatte Obama den früheren Chef des Immobilienfinanzierers Fannie Mae an die Spitze eines dreiköpfigen Teams berufen, das Anwärter auf die US-Vizepräsidentschaft prüfen sollte.

Zu dem Team gehören auch die Tochter des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy, Caroline Kennedy, und der frühere stellvertretende Justizminister Eric Holder.

Hohe Standards

Am Wochenende hatte das «Wall Street Journal» berichtet, Johnson habe als Chef von Fannie Mae ein vergünstigtes Immobiliendarlehen des Unternehmens Countrywide erhalten.

Obama hatte Countrywide wiederholt dafür kritisiert, Managern überzogene Gehälter zu zahlen, während Kreditnehmer mit Zahlungsverzug zur Aufgabe ihrer Häuser gezwungen würden.

Unklar blieb, ob Johnson durch das günstige Darlehen überhaupt gegen Gesetze verstossen hätte. Allerdings bot der Fall Angriffsfläche für die gegnerischen Republikaner: Sie warfen Obama mit Blick auf Johnson vor, seinen selbst gesetzten Ansprüchen an ethische Standards in der Politik nicht gerecht zu werden.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.