Cheeseburger-Diplomatie: Obama und Medwedew beim Hamburger-Essen
Aktualisiert

Cheeseburger-DiplomatieObama und Medwedew beim Hamburger-Essen

US-Präsident Barack Obama und der russische Präsident Dmitri Medwedew haben ihre Gespräche im Weissen Haus für einen typisch amerikanischen Snack unterbrochen.

Obama führte den Gast aus Moskau in das Hamburgerlokal «Ray's Hell Burger» in Arlington nahe Washington aus.

Dort nahmen die beiden Staatschefs an einem kleinen Tisch Platz und bestellten Cheeseburger. Obama orderte dazu Tomaten und Salat, während Medwedew Lust auf Würziges erkennen liess: Er bestellte grüne Pepperoni und Zwiebeln. Die beiden Präsidenten teilten sich eine Portion Pommes Frites.

Den Weg in das Schnelllokal legten sie gemeinsam in Obamas Limousine zurück. Nach der Stärkung wartete wieder der Ernst des politischen Alltags auf die beiden Präsidenten - eine gemeinsame Medienkonferenz.

Treffen zwei Monate nach dem Neustart

Das Treffen folgte nur zwei Monate nach Medwedews letztem Besuch in den USA und vor dem Hintergrund eines «Neustarts» in den Beziehungen - gekrönt durch das START-Abrüstungsabkommen. Diesmal konnten sich die Präsidenten in ihrem siebten Treffen verstärkt den Bereichen Handel, Investitionen und Innovationen zuwenden.

Es sollte auch der Vorbereitung auf die G8/G20-Gipfel ab Freitag in Toronto dienen, an denen beide Präsidenten teilnehmen. Die Kirgistan-Krise war ebenfalls Thema. Die USA betreiben wie Russland eine Militärbasis in dem zentralasiatischen Land.

Streit um Raketenabwehr

Im Gepäck hatte Medwedew aber auch andere politische und internationale Themen. Unterschiedliche Auffassung zwischen beiden Staaten gibt es noch bei der geplanten US-Raketenabwehr in Europa, die von Russland abgelehnt wird.

Die USA wollten bei den Planungen mit der russischen Seite kooperieren, sagte Obama am Donnerstag in einem Interview der russischen Nachrichtenagentur Interfax. «Ich glaube, eine gemeinschaftliche Raketenabwehr mit Russland hat ein enormes Potenzial.»

Beide Staaten könnten an Sicherheit gewinnen, wenn sie Technologien auf diesem Gebiet austauschten und Informationen über Raketenabschüsse in anderen Ländern teilten.

Medwedew twittert

Der Kremlchef hatte vor dem Eintreffen in Washington die Hightech- Schmiede Silicon Valley in Kalifornien besucht und war mit Gouverneur Arnold Schwarzenegger zusammengetroffen. Medwedew verfasste auch seine erste Twitter-Nachricht.

Mithilfe des Gründers und Chefs des Online- Kurznachrichtendienstes, Evan Williams, liess der russische Präsident die Welt wissen: «Hallo allerseits. Ich bin jetzt auf Twitter. Dies ist meine erste Nachricht.»

Allerdings schrieb er auf Russisch, die Übersetzung lieferte sein Dolmetscher. Wie der «San Francisco Chronicle» weiter berichtet, wurde das Nutzerkonto @KremlRussia eigens für den Besuch Medwedews im Twitter-Hauptquartier neu eingerichtet. (sda)

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