US-Wahlen: Obama und Romney buhlen um die Swing-States
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US-WahlenObama und Romney buhlen um die Swing-States

Der Kampf ums Rennen ins Weisse Haus kommt in die heisse Endphase. Nach dem letzten TV-Duell liegen beide Kandidaten gleichauf. Zünglein an der Waage spielen jetzt die neun Swing-States.

Einen Tag nach ihrer dritten und letzten TV-Debatte haben sich US-Präsident Barack Obama und sein Rivale Mitt Romney in die heisse Endphase des Wahlkampfs gestürzt. Obamas Weg führte ihn am Dienstag nach Ohio, jenen der neun entscheidenden Swing-States, wo die Wähler noch unentschlossen sind.

Mit seinem Erfolg im TV-Duell im Rücken, griff der Amtsinhaber seinen Herausforderer bei einer Wahlkampfveranstaltung in Florida erneut scharf an: «Wir sind es gewohnt, dass Politiker ihre Meinungen nach vier Jahren wechseln. Wir sind es aber nicht gewohnt, dass sie ihren Standpunkt nach vier Tagen wechseln», sagte Obama.

Damit spielte er offenbar auf Romneys aussenpolitische Schwenker von konservativeren zu eher moderaten Standpunkten in der Debatte von Montag an. Beobachter werteten das als Versuch, unabhängige Wähler auf die Seite des Republikaners zu ziehen.

Allerdings geht Romney damit auch das Risiko ein, einige konservative Wähler vor den Kopf zu stossen. Und für das Wahlkampfteam von Obama bietet das eine Steilvorlage für wiederholte Vorwürfe, dass Romney Überzeugungskraft und Führungsstärke vermissen lasse.

Laut einer Blitzumfrage des Senders CNN konnte der Präsident die Debatte zum Thema Aussenpolitik in Boca Raton mit 48 Prozent für sich entscheiden, 40 Prozent sahen Romney vorn. Laut CBS-News siegte Obama noch deutlicher mit 53 Prozent, Romney kam demnach lediglich auf 23 Prozent.

Romney: «Obama ist ein Kandidat des Status Quo»

Den republikanischen Herausforderer und seinen Vizepräsidentschaftskandidaten Paul Ryan zog es derweil nach Nevada und Colorado. In einer Rede vor einer grossen Menschenmenge in Henderson nahm sich Romney abermals die marode Wirtschaftslage in den USA vor.

Obama wolle in einer zweiten Amtszeit die selbe Politik verfolgen, die bereits vier lange Jahre lang für langsames Wirtschaftswachstum und hohe Arbeitslosigkeit gesorgt habe. «Er ist ein Kandidat des Status Quo», sagte Romney über Obama. «Deswegen ist seine Kampagne ins Wanken geraten, während unsere an Auftrieb gewonnen hat.»

Laut Meinungsforschern liegen Obama und Romney in der Wählergunst derzeit landesweit etwa gleichauf.

Obamas Wahlkampfteam veröffentlichte am Dienstag ein 20-seitiges Heft mit einem Programm «für Amerikas Zukunft». Damit reagierte der Amtsinhaber auf Kritik, er habe bislang keinen konkreten Plan für die kommenden vier Jahre vorgelegt.

(sda)

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