Hetz-Song von früher: Obama verzeiht Psy für «tötet die US-Soldaten»
Aktualisiert

Hetz-Song von früherObama verzeiht Psy für «tötet die US-Soldaten»

2004 sang der Rapper Psy einen Hetz-Song gegen US-Soldaten. Deswegen stand sein Auftritt bei einer US-Charity-Show auf der Kippe. Doch der Südkoreaner entschuldigte sich rechtzeitig.

von
rey

Ein lebensfroher, netter, etwas kauziger südkoreanischer Rapper, der mit seinem Song «Gangnam Style» und dem dazugehörigen verrückten Tanz die Welt erobert hat. Dieses Bild dürften die meisten von Psy haben. Doch der 34-Jährige kann auch anders. An einem Konzert im Jahr 2004 spielte der Musiker mit seiner damaligen Band N.E.X.T. den Song «Dear American». Darin rief er zum Mord an US-Soldaten auf: «Tötet ihre Töchter, Mütter, Schwiegertöchter und Vater, tötet sie langsam und qualvoll».

Dass jemand, der diese Worte äusserte, am TV-Konzert «Christmas in Washington» auftreten soll, in der auch Barack Obama und seine Familie erwartet werden, sorgte in den USA für Entrüstung. Wie der «Spiegel» schreibt, forderten verärgerte Bürger ihren Präsidenten per Petition dazu auf, Psy von der wohltätigen Show auszuladen.

«Tiefe emotionale Reaktion»

Doch dieser entschuldigte sich, bevor es dazu kam. «Ich verstehe die Opfer, die amerikanische Soldaten und Soldatinnen gebracht haben, um Freiheit und Demokratie in meinem Land und in der ganzen Welt zu schützen», erklärte Psy. Das Stück von damals sei Teil «einer tiefen emotionalen Reaktion auf den Krieg im Irak und den Tod zweier koreanischer Schulmädchen gewesen». Die beiden Mädchen waren 2002 in Südkorea von einem Panzerfahrzeug des US-Militärs erfasst und in den Tod gerissen worden. «Es ist zwar wichtig, die eigene Meinung zu sagen, die hetzerischen und unangebrachten Worte bereue ich aber zutiefst», so Psy weiter.

Was sollte Obama bei so viel Reue noch sagen? Er liess Psy zum Konzert im National Building Museum kommen und schüttelte ihm bei der Gelegenheit die Hand. Und Psy gab seinen Gangnam Style zum Besten. Für Konservative war die Entschuldigung nicht genug, sie ärgerten sich über das Erscheinen des einstigen Hetz-Rappers. Doch Obama liess sich nicht beirren. In seiner Ansprache nannte er die Weihnachtsfeier «eine Gelegenheit, Freude zu verbreiten und mit Stars zu singen, die viel bessere Stimmen haben als wir».

Beim aufsehenerregenden Auftritt 2004 zerschmetterte Psy einen Papp-Panzer:

(Video: Youtube/mrfootball718) (rey/sda)

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