US-Wahlen: Obama verzichtet auf Geld
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US-WahlenObama verzichtet auf Geld

Der demokratische US- Präsidentschaftsbewerber Barack Obama hat staatliche Wahlkampfgelder in Höhe von 80 Millionen Dollar ausgeschlagen. Er will seinen Wahlkampf ausschliesslich mit privaten Spenden finanzieren.

Der am Donnerstag bekannt gegebene Entscheid ermöglicht es dem Senator, im Wahlkampf gegen den Republikaner John McCain unbegrenzt Gelder auszugeben. In einer Videobotschaft an seine Unterstützer bezeichnete Obama das System der staatlichen Wahlkampfhilfen als «kaputt».

Er rief dazu auf, «die erste Wahlkampagne aufzubauen, die wirklich vom amerikanischen Volk finanziert wird». Obama ist der erste US-Kandidat, der im Hautwahlkampf um die Präsidentschaft ganz auf staatliche Hilfen verzichtet. Diese waren vor drei Jahrzehnten eingeführt worden.

Limite fällt weg

Mit der Annahme staatlicher Unterstützung ist in den USA eine Obergrenze für Wahlkampfausgaben verbunden, in diesem Jahr wären es rund 85 Millionen Dollar. Beim Sammeln privater Spenden war Obama bislang deutlich erfolgreicher als McCain.

Obama kam bis Ende April auf 265,5 Millionen Dollar, McCains nur auf 96,6 Millionen Dollar. Der Grossteil davon wurde allerdings bereits im Vorwahlkampf ausgegeben.

McCain nimmt Staatshilfen an

McCain teilte bereits mit, er werde die staatlichen Finanzmittel wahrscheinlich in Anspruch nehmen. Zugleich warf er Obama vor, in der Angelegenheit sein Wort gebrochen zu haben. Obama habe sich einmal mehr als typischer Politiker erwiesen, der tue und sage, was ihm gerade als vorteilhaft erscheine, hiess es in einer Erklärung.

Obama hatte im vergangenen Jahr noch erklärt, er werde sich auf die öffentlichen Gelder stützen, wenn sein Gegner im Rennen um das Weisse Haus dies ebenfalls tue. Der Demokrat hielt McCain im Gegenzug vor, sich von Lobbyisten und Interessengruppen sponsern zu lassen.

(sda)

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