Sarkozy bei Obama: Obama will Iran-Sanktionen
Aktualisiert

Sarkozy bei ObamaObama will Iran-Sanktionen

Auf den Empfang im Weissen Haus hat Sarkozy lange gewartet. Der Atomstreit mit dem Iran und der Nahost-Konflikt waren unter anderem die Themen der beiden Präsidenten. Man war sich in vielem einig.

Obama und Sarkozy demonstrieren Einigkeit im Weissen Haus.

Obama und Sarkozy demonstrieren Einigkeit im Weissen Haus.

Die Vereinigten Staaten und Frankreich zögen im Umgang mit dem iranischen Atomprogramm an einem Strang, hielt der US-Präsident im Weissen Haus in Washington fest. Sarkozy sagte, der Iran dürfe seinen «verrückten Kurs» nicht fortsetzten. Die Zeit für eine Entscheidung im UNO-Sicherheitsrat über neue Sanktionen sei gekommen.

Allerdings gibt es nach wie vor Widerstände: Neben Russland betrachtet vor allem China schärfere Massnahmen gegen Teheran mit Skepsis - beide Länder haben als Mitglieder des Sicherheitsrates ein Vetorecht.

Obama sprach die Widerstände einer härteren Gangart gegen Teheran offen an. Zwar glaubt Obama, die Staatengemeinschaft sei «robusten Sanktionen» erheblich näher als vor einem Jahr. «Aber es ist noch immer schwierig. Teilweise, seien wir ehrlich, weil Iran ein Ölproduzent ist», hielt der US-Präsident fest.

Es gebe «viele Länder in der Welt, die denken, dass ihre kommerziellen Interessen wichtiger sind als ihre langfristigen geopolitischen Interessen», kritisierte Obama.

Die westlichen Staaten fürchten, dass der Iran sein Atomprogramm zum Bau einer Atombombe nutzt. Dagegen beteuert die Führung in Teheran, es gehe ausschliesslich um friedliche Energiegewinnung. Der Atomstreit schwelt seit Jahren, bereits bestehende Sanktionen konnten den Iran bisher nicht zum Einlenken bewegen.

Fairer Wettbewerb um Tankflugzeuge

Zwischen Sarkozy und Obama war auch das Tauziehen um den Milliardenauftrag für neue US-Betankungsflugzeuge ein Thema. Obama versprach einen fairen Wettbewerb.

«Ich habe Zusicherungen von Verteidigungsminister (Robert) Gates, dass der Prozess völlig transparent, völlig offen und ein fairer Wettbewerb sein wird», versicherte Obama. Sarkozy äusserte Vertrauen in die Zusicherung des US-Präsidenten.

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS erwägt zurzeit, ob er sich erneut um den Auftrag bewirbt. EADS und der US- Partner Northrop Grumman hatten ihn eigentlich schon in der Tasche gehabt, doch dann hatte das Pentagon einen Rückzieher gemacht und einen neuen Wettbewerb ausgeschrieben.

Northrop war dann abgesprungen: Wie EADS beklagte das Unternehmen unfaire Bedingungen zugunsten des amerikanischen Mitbewerbers Boeing. EADS hat die USA mittlerweile um eine Fristverlängerung der Ausschreibung gebeten. Es geht um die Anschaffung von vorerst 179 neuen Tankflugzeugen zu veranschlagten 35 Milliarden Dollar. (dapd)

Mit Asterix ins Weisse Haus

Mit Asterix-Heften und einem historischen Dokument als Gastgeschenk hat sich der französische Präsident Nicolas Sarkozy zu seinem ersten Treffen mit US-Präsident Barack Obama im Weissen Haus eingefunden.

Die Comic-Geschichten über den in den USA weitgehend unbekannten Gallier mit den Riesenkräften seien für Obamas Töchter Malia und Sasha gedacht, hiess es am Dienstag aus der französischen Delegation.

Dem US-Präsidenten wolle Sarkozy das Beglaubigungsschreiben des US-Erfinders und Staatsmanns Benjamin Franklin überreichen, das aus dessen Zeit als erster US-Botschafter in Paris (1778 bis 1785) herrührt.

Den politischen Gesprächen zwischen Obama und Sarkozy unter anderem über die Weltwirtschaft, Afghanistan und den Atomstreit mit dem Iran sollte sich ein privates Abendessen in Begleitung der Ehefrauen Michelle und Carla anschliessen. (sda)

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